Kinder an die Macht und Eltern in die Schlachthöfe

clausAllgemein

Kinder an die Macht
und Eltern in die Schlachthöfe

 

Verdrängung hält unsere Kultur in ihrer Selbstgewissheit. Verdrängung des Leidens, das hinter dem alltäglichen unreflektierten Konsum im Unbewussten ruht und lauert….Diese Verdrängung finden wir vor allem bezogen auf das nichtmenschliche Leben, die Tiere. Der australische Philosoph und Ethiker Peter Singer hat uns genau wie Albert Schweitzer auf die absurde und lebensfeindliche Haltung hingewiesen, die diesem Verhalten zugrunde liegt.

Kleine Kinder mögen an sich kein Fleisch. Ihre Eltern konditionieren sie dazu, so wie sie selber konditioniert wurden durch ihre Eltern, die gleichfalls empfindungsblind waren. Es gibt sich von Generation zu Generation weiter. Und nur das ermöglicht eine Landwirtschaft, die die Würde des Lebens so schamlos verletzt und ihren Profit aus der Demütigung und Vergewaltigung empfindsamen Seins schöpft. Es ist an sich kaum zu ertragen…diese Grillabende, an denen eines denkenden Menschen einfach nur unwürdig, besinnungslos Fleisch konsumiert wird – und das geschundene Leben dahinter verdrängt, ignoriert, missachtet, verhöhnt….

So können wir die Kommenden nicht groß werden lassen, nur aufgrund der Besinnungslosigkeit ihrer Eltern.

„Eltern in die Schlachthöfe und in die Ställe der Massentierhaltung“ – das meint:

Geht dort hin, wo das produziert wird und dann abgeschlachtet wird, was ihr esst. Ihr müsst wissen, was ihr tut, wenn ihr tote Tiere in dieser Weltsituation esst. Lernt zu spüren, welches Leid für Leben und Erde hinter jeder Grillwurst und jedem Steak steht. Gebt euch eine Chance zu lernen, nicht wegzusehen, nicht das unsagbaren Leiden nur aufgrund eines kurzfristigen Genusses zu verdrängen – und dies dann auch noch an eure Kinder weiterzugeben. Das mag weh tun. Aber ist das ein größerer Schmerz als der der geschundenen Kreatur? Alles ist besser, als das grausame Geschäft des Genusses ohne Wissen.

Und auch die Kinder sollten frühzeitig wissen, was sie tun, wenn sie Fleisch essen. Sie dürfen vor einer Konfrontation mit dieser grausamen Wirklichkeit nicht bewahrt werden. Sonst werden sie auch an anderem Leiden auf diesem Planeten vorbeisehen und/oder es verdrängen.

Nehmt sie mit in die Schlachthöfe und die Mastbetriebe, sobald ihre kleinen Seelen das vertragen können. Informiert sie aber zumindest hinreichend. An dieser Frage wird sich das ethische und moralische Fundament der Institutionen zeigen, die für die Erziehung, die Bildung und Ausbildung unserer Kinder verantwortlich sind. Letztlich ist das aber eine Frage, die jeden denkenden und empfindsamen Menschen angeht….

Damit wir uns nicht missverstehen – es geht mir nicht um den kleinen Bergbauernhof mit Viehwirtschaft, es geht mir nicht um eine Landwirtschaft, in der die Tierhaltung zur Kreislaufwirtschaft gehört; es geht mir persönlich auch nicht um Veganismus. Es geht mir um die Perversion einer Idee der Symbiose von Mensch und Tier und Natur…um einen Zustand, in dem allein in Deutschland jedes Jahr mehr als 60 Millionen Schweine auf unwürdige Weise gehalten und getötet werden.

Vielleicht brauchen wir auch nicht die Radikalkur des Einblicks in Schlachthöfe und Mastbetriebe. Vielleicht reicht ja Folgendes: Lernt das Leben zu fühlen. Liebe Eltern, liebe Erzieherinnen, liebe Lehrer/innen: geht mit den Kindern zu den Schweinen und den Kühen und den Hühnern. Lasst euch selber und lasst eure Kinder das Leben fühlen. Und dann fragt sie: Wollt ihr das nachher bei Mc Donalds essen, oder bei uns zu Hause? Und dann hört auf eure Kinder: denn sie können noch fühlen, da, wo ihr oft bereits verroht und abgestumpft seid….

So gesehen, mag ich dem Gedanken sehr viel abgewinnen: KINDER AN DIE MACHT…