Entschiedenheit

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Entschiedenheit des Beginns

Und plötzlich weißt du: Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.“ (Meister Eckhart)

Die Sehnsucht danach, ein neues Leben aus der Taufe zu heben, lebt wohl in unzähligen Menschen. Ungute Erfahrungen, schmerzhafte Einschnitte, Schuldgefühle, Erfahrungen des Scheiterns hinter sich lassen; nicht immer wieder grübeln und da und dort noch tiefer analytisch graben; nicht weiter Lebens- und Existenzzeit damit verschwenden, die Vergangenheit permanent in die Gegenwart hineinragen und hineinregieren zu lassen; aufbrechen mit leichtem Gepäck und beflügelt von einer Seele, die sich streckt und weitet in unbekanntes Land.
Ein neues Leben werden wir trotzdem nicht beginnen können, denn wir bleiben in dem Seins- und Energiefeld, dem wir zugewiesen sind. Aber täglich können wir einen neuen Tag beginnen, wie Henry David Thoreau (1817-1862) es einmal sagte. Einen Tag neu beginnen…was meint da neu?

Es scheint mir um den Aufbruchsgeist zu gehen, der menschliches Leben adelt. Es ist jener Geist, der sich der Kairoshaltigkeit und Zeitenfülle eines jeden Moments bewusst ist, jener Geist also, der uns aus der Hinnahme- und Opferhaltung in die der Selbstermächtigung und Gestaltung führen möchte. Die Bedeutung dieser Haltung wirkt auf mich selbst und zugleich doch weit über den Einzelnen hinaus. Sie ist – ob wir das wollen oder nicht, es anstreben oder nicht – immer auch ein Zeichen für andere Menschen. Ein Zeichen dafür, dass man gehen kann, aufrecht, sich bewegen und Dinge verändern kann – und scheine der einzelne Schritt auch noch so klein. Immer Heute ist der Tag, der uns in eine neue Richtung weist. Das Ziel braucht nicht sofort erkannt sein, doch die Grundenergie muss stimmen, und die unstillbare Sehnsucht nach dem Gehen muss leben.

Doch je grundlegender und existentieller unsere Aufbrüche sind, desto mehr Menschen werden sich dann von uns lösen, nicht mitgehen wollen oder können. Und das betrifft oft die uns Nächsten. Es stellt sich nun die Frage nach der Wichtigkeit dessen, was uns zieht und führt. Anhaften oder das Fortschreiten wagen? Gibt es vielleicht eine Integration von Beidem? Oder zerstört der Mittelweg im Letzten Beides?

Der Zustand der Welt und Mitwelt, der gnadenlose Umgang des Menschen mit Mutter Erde fordert den täglichen Aufbruch von uns. In Klarheit und Entschiedenheit. Und ohne zu zögern. „Nichts ist verloren, solange einer voranstrebt“ ermutigt uns Augustinus (354-430). Und dann berührt uns der Zauber der Umkehr und des Neubeginns. Es ist jener Zauber, der goldenes Vertrauen in dir erweckt – das Vertrauen in dich selbst, in deinen Weg und vor allem in das, was dir aus dem geistigen Raum heraus Führung anbietet.

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