Straßenkinder

clausAllgemein

 

Was die 16 jährige schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg durch ihr Beispiel in Gang gesetzt hat, verdient wahrhaft Respekt. Ein einzelner junger Mensch mit klarem Kopf, klarem Empfinden, Tatkraft und Zivilcourage bewirkt eine weltweite öffentliche Aufmerksamkeit für das wohl drängendste Problem der Gegenwart. Ihr Schulstreik, ihre Interviews und Ansprachen bewirkten ein mediales Echo sondergleichen. Es ist, als hätte ein inhaltlich und emotional schon lange vorbereiteter geistiger Raum des letzten Anstoßes bedurft, um seine Energie freizusetzen. Dass dieser Anstoß aus einer völlig unerwarteten Ecke kam und eben nicht von den ansonsten allgegenwärtigen Protagonisten, war dabei wohl mit ausschlaggebend. Und so hatte der Fluss durch die sogenannten sozialen Medien viralen Charakter. Die Botschaft blieb nicht nur Botschaft, sie steckte an.

Bundesdeutsche Wohlstandskinder gehen auf die Straße. Sie starten unterschiedlichste Aktionen. Freitags bestreiken sie den Schulunterricht. Sie haben begonnen für ihre Zukunft und die des geschundenen Planeten zu kämpfen. Darin scheint mir mehr Hoffnung zu liegen als in der halbherzigen, ja feigen Realpolitik derer, die uns regieren und verwalten.

Schule zu bestreiken ist das Eine. Zweifellos ist es ein sehr öffentlichkeitswirksamer Hebel, doch voraussichtlich nur für kurze Zeit, also mit sehr begrenzter Nachhaltigkeit. Um so wichtiger wäre es deshalb, dass die gewonnene Aufmerksamkeit zeitnah für noch tiefergehende Aktionen genutzt wird. Ich meine Aktionen, die an der Wurzel des Übels ansetzen; und dazu gehört an erster Stelle unser oft unreflektierter, unmäßiger und in den Folgen lebensverachtender Konsum im Alltag. Er hat den maßgeblichen Anteil an der Zerstörung des Planeten. Das allerdings wäre dann noch einmal eine ganz andere Herausforderung. Denn das erforderte, sich selber, die eigene Lebensweise und das, was Eltern den Kindern heute überwiegend vorleben, grundlegend in Frage zu stellen. Schulstreik für das Klima und die Erde, ja! Aber weiter gedacht, gehört dazu der Boykott der uns allenthalben umgehenden Todesindustrien, die uns angeblich das Leben so viel angenehmer machen. Boykottiert endlich die „Mac Donalds“, „Burger King“, „Kentucky Fried Chicken“ und die Döner-Buden, um nur weniges an so schrecklich Lebensverachtendem zu erwähnen. Boykottiert Billig-Ketten wie KiK und die SUV-Schultaxis eurer Eltern; verweigert euch ihren Flugreisen. Und sprecht darüber, tauscht euch aus, begleitet euch bei den sicher nicht immer angenehmen Erfahrungen auf diesem Weg der Heilung.

Nichts wird sich ändern ohne das innere Ringen des einzelnen Menschen und seine ethische Läuterung. Das gelebte Beispiel ist das Fundament des Wandels. Alternativlos.

Die Generation der Eltern und der Älteren sind in der Masse daran gescheitert. Die Hoffnung ruht auf den Kindern. Das ist unglaublich beschämend für uns Ältere. Und es ist wunderbar zugleich…

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