Weckruf der Evolution

clausAllgemein

Wenn wir einen tieferen Sinn in der Evolution erkennen und verstehen wollen, dann liegt es nahe, ja ist es unvermeidbar, die Phänomene des Gegenwärtigen aus einer besonderen Perspektive zu betrachten.

Handelte es sich beim Menschen um ein reines Zufallsprodukt im endlosen und unerschöpflichen kosmischen Spiel, dann wäre die Analyse des sich gerade vollziehenden Geschehens einfach. Homo Sapiens, wie wir uns selber gerne verklärend nennen, widerstrebt in hoher Konsequenz den in ihm ausgebildeten Anlagen. Egozentrik, Vermehrungsdrang, Gier und Trägheit unterdrücken das vorhandene Entwicklungs- und Reifepotential. Und so nähert sich die Menschheit dem, was auch keiner Kultur erspart bleibt, die sich nicht in Abständen grundlegend wandelt…ihrem selbst verschuldeten Verschwinden. Sie erntet, was sie selber gesät hat, in dem sie die Gesetze des Seins und Werdens zwar verstand, sie aber nicht in Lebenspraxis umsetzte.

Trauen wir uns jedoch, einen grundlegend anderen Blick zu richten, verändert sich auch die Analyse.
Dann befinden sich Mensch und Erde auf einem gemeinsamen Schicksalsweg. Wir sind tief in den evolutionären Prozess und das sich in diesem vollziehende Geschehen sinnhaft eingefügt. Und Sinn löst sich nicht einfach auf. „Zufall“, naturgesetzliche Abläufe und schlichte Ursache-Wirkungs-Ereignisse zeigen sich nun als Notwendigkeit, die dem Entwicklungsgedanken und seinen innergesetzlichen Maßstäben folgen. So besehen, ist das Desaster, das wir auf diesem Planeten anrichten, Teil der untrennbar miteinander verbundenen Wege von Mensch und Erde. Es folgt, gerade in dem sich abzeichnenden Ausmaß, einer höheren Gesetzmäßigkeit und einem höheren Verstehen. Danach lernt die Menschheit weniger durch Einsicht, als vielmehr durch Härten, die bis zur grundlegenden Infragestellung reichen. Die damit verbundenen Schmerzen können wir als Wachstumsschmerzen sehen. Sie wollen uns zu dem Punkt führen, an dem wir nur noch die Alternative sehen, über unseren eigenen Schatten zu springen und den nächsten gewaltigen Schritt in unserer Evolution zu gehen. Es wäre die in aller Konsequenz gelebte Ehrfurcht vor dem Leben an sich und eine entsprechend praktizierte Verbundenheit. Nichts anderes hat dann noch Berechtigung, Möglichkeit und Bestand.

Phänomene wie der Klimawandel bleiben in diesem Blick zwar, was sie einerseits sind: Unausweichliche Folgen unangepassten Verhaltens. Gleichzeitig stellen sie eine auf den Verursacher gerichtete Entwicklungsenergie dar, die in die Evolution eingegeben ist. Sie zwingt uns zum Lernen, beschleunigt das nun überlebensnotwendige innere, geistige Wachstum auf radikale Weise. Wenn wir das wirklich verstanden haben, können wir aus tiefer Überzeugung sagen: Es ist nicht nur notwendig so, es ist gut und angemessen. Und es wird unsere Potentiale, die zweifellos außerordentlich sind, freilegen und entfalten. Herauskommen wird dabei wohl kein neuer Mensch, aber doch ein tiefgreifend verwandelter, der fortan in das Netzwerk des Lebens heilsam integriert ist. 

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