Relativität des Bösen

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Wenn wir das Böse als Kontrapunkt zum Guten sehen, als seine polare Ergänzung, so liegt darin zwar eine Wahrheit, doch zugleich greift dieses Bild zu kurz. Beide trennt nicht nur die innere Ausrichtung und handlungsbezogene Orientierung, sondern ein elementarer Wesensbestandteil. Denn im Gegensatz zum Guten, Lebensdienlichen, dem Sein und Werden Zugewandten, vermag das Böse aus sich selbst heraus nichts von Bestand zu schaffen. Es lebt davon, sich gegen etwas Bestehendes zu wenden. Sein Antrieb ist die Destruktion, die Spaltung, die Schädigung, die Vernichtung. Im ersten Teil seines Faust lässt Johann Wolfgang von Goethe Mephistopheles im Studierzimmer zu Faust sagen: Ich … weiterlesen

Der Schauende

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Er war der Großmeister der Scholastik, Heiliger, Kirchenlehrer und Verfasser des bis heute wohl bedeutendsten theologischen Werkes, der Summe der Theologie (summa theologiae). Er versöhnte Philosophie und Theologie und betonte Klugheit, Erkenntnis und Vernunft hinsichtlich der großen metaphysischen Fragen. Thomas von Aquin (1225-1274) erschuf ein außerordentliches geistiges Universum, das ihm u.a. den Namen doctor angelicus, der engelgleiche Lehrer, einbrachte. Diese Vorrede ist notwendig, um das Ausmaß dessen zu verstehen, was sich auf dem Höhepunkt seines Schaffens ereignete. Am Nikolaustag 1273 soll Thomas laut Berichten, die sich auf seinen Sekretär stützen, während einer Feier der heiligen Messe eine innere Erfahrung gemacht … weiterlesen

Äußere Welt und innere Kraft

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Die äußere Welt gleicht im öffentlichen, medialen Bewusstsein einem aufgewühlten Meer. Nachrichtenstürme aus verschiedensten Richtungen peitschen es auf. Brennende Länder, Viren, Krieg und Migration, menschliche Katastrophen, leidende und sterbende natürliche Mitwelt… Wie in diesem Toben die Koordinaten des eigenen Lebens im Gleichgewicht halten? Wie auf der Skala des realen und des bloß inszenierten Grauens die angemessene Relativität wahren, auch um selber handlungsfähig zu bleiben? Es geht wahrhaft nicht darum, bei einem der angesprochenen Themen in Verniedlichung zu rutschen, um Erträglichkeit zu steigern. Es geht auch nicht darum, in Abrede zu stellen, dass wir manchen großen Kampf, wie der Schriftsteller Jonathan … weiterlesen