Unterbrechung

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Liebe Leserin, lieber Leser, seit Mai 2017 habe ich wöchentlich einen Blogbeitrag verfasst, und ich bedanke mich für Ihr, überwiegend anonymes, Interesse – von Anfang an oder erst seit Kurzem. Nun ist es Zeit, innezuhalten, es zu überdenken, eine Weile still zu sein. Viel ist auch schon gesagt. Und schließlich ist jede Gewohnheit nur so gut, wie ihre gelegentliche Durchbrechung. Morgen erscheint noch einmal ein Gastbeitrag. Er ist von Alexander Poraj, ZEN-Meister und Philosoph. Er schreibt über Jesus als Kontemplationslehrer, als Lehrer des Einsseins, nicht als Erlöser im klassisch verstandenen Sinne. Absolut lesenswert! Alles GuteUnd bis baldIhr Claus Eurich

Herbst des Seins

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„Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten. Sie fallen mit verneinender Gebärde…“ schreibt Rainer Maria Rilke in einem Gedicht und fährt fort: „Wir alle fallen, diese Hand da fällt, und sieh dir andre an, es ist in allen…“ Diesem Rhythmus des Lebens, der, von den Jahreszeiten her betrachtet, ein Werden, Vergehen und neu Werden ist, haben wir Menschen etwas hinzugefügt – die finale Vernichtung. Über eines der gewaltigsten Massensterben der Erdgeschichte, vom modernen Menschen durch seine unersättliche Gier und seine gedankenlose Vermehrung verursacht, wissen wir mittlerweile eigentlich alles. Vor 66 Millionen Jahren setzte … weiterlesen

Schulderklärung

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Ein Gastbeitrag über Sprachlosigkeit, Schamund Verantwortungslosigkeit angesichts der globalen Krise Von Rüdiger Standhardt Unser Leben findet auf dem historischen Hintergrund statt, dass von Deutschland aus im 20. Jahrhundert zweimal ein Weltkrieg ausgegangen ist und durch den zweiten Weltkrieg ca. 55 Millionen Menschen das Leben verloren haben. Hervorzuheben sind die Gräueltaten, die jüdischen Mitbürgern angetan wurden und besonders die sechs Millionen Juden, die in den Konzentrationslagern durch deutsche Menschen getötet wurden. Nachdem Ende dieser großen Tragödien gab es in unserem Land unendlich viel Sprachlosigkeit und Scham und nur wenige Menschen fanden selbstkritische Worte, wie beispielsweise einige evangelische Theologen, die die Stuttgarter … weiterlesen

Schuld und Scham

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Es war wohl der Sommer 1957, als ich mit Eltern und Schwester den Campingurlaub in Blockhus verbrachte. Der damals noch kleine Ort liegt ganz im Norden Dänemarks, wo Richtung Skagen, der Spitze Jütlands, die Strände endlos sind und die raue Nordseeluft eigentlich nur von Freiheit singt. Seit sieben Jahren auf der Welt, lebte ich als Nachkriegskind eine völlig unbeschwerte Kindheit. Sonntags gab es bei meiner Großmutter gelegentlich „Hitlerkuchen“, weil die schokoladene Masse auf dem Hefeteig so schön dunkelbraun war. Mein Großvater war überzeugter Nationalsozialist bis zu seinem Lebensende. Zugleich bewunderte er die israelische Armee, wie sie im Sechstagekrieg vom Juni … weiterlesen