Weckruf der Evolution

clausAllgemein

Wenn wir einen tieferen Sinn in der Evolution erkennen und verstehen wollen, dann liegt es nahe, ja ist es unvermeidbar, die Phänomene des Gegenwärtigen aus einer besonderen Perspektive zu betrachten. Handelte es sich beim Menschen um ein reines Zufallsprodukt im endlosen und unerschöpflichen kosmischen Spiel, dann wäre die Analyse des sich gerade vollziehenden Geschehens einfach. Homo Sapiens, wie wir uns selber gerne verklärend nennen, widerstrebt in hoher Konsequenz den in ihm ausgebildeten Anlagen. Egozentrik, Vermehrungsdrang, Gier und Trägheit unterdrücken das vorhandene Entwicklungs- und Reifepotential. Und so nähert sich die Menschheit dem, was auch keiner Kultur erspart bleibt, die sich nicht … weiterlesen

Welt und Überwelt

clausAllgemein

Im Januar 1943 schreibt der Pfarrer, Arzt und Künstler Kurt Reuber (1906-1944) aus dem umzingelten Kessel von Stalingrad an seine Frau über die Sehnsucht nach Licht, Leben und Liebe. Er spricht von ihr als einer unendlichen, elementaren und erdgebundenen Sehnsucht, die sich in jedem Menschen anders regt und zeigt. Dann jedoch vermag sie sich zu wandeln in „die geistige Sehnsucht, diese notvolle Sehnsucht nach einer Überwelt, die der Erde treu bleibt und sich doch aus ihr erhebt…eine Sehnsucht nach allem, was äußerlich so wenig da ist und was am Ende nur in unserem Innersten geboren werden kann.“ Überwelt, Anderswelt, Reich … weiterlesen

Dein Weg

clausAllgemein

„Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt“. Solches lehrt uns der Talmud, die jüdische Weisheitsschrift zur Auslegung der biblischen Texte. Das scheint mir nicht nur für eine einzelne Person zu gelten, sondern für die Menschheit, den Menschen an sich, im Gang durch die Evolution. Immer haben wir eine Wahl, auch wenn jeder Mensch, jede Kultur, jedes Volk auf unterschiedliche Ausgangsbedingungen blickt und lernen muss, mit den Folgen des vergangenen Tuns und Widerfahrens bewältigend und zugleich zielorientiert umzugehen. Dies ist dein Platz. Er ist dir gegeben. Nimm ihn an, und dann hast du von jetzt an die Wahl (fast) … weiterlesen

Welch ein Paar…

clausAllgemein

Vor 855 Jahren starb Heloisa, 22 Jahre zuvor Abaelard. Sie zählen zu den bedeutendsten Liebespaaren der Geschichte. Ihr Lebensweg war einzig und weist weit über die melancholisch-romantische Verklärung hinaus, die uns etwa in Shakespeares Tragödie „Romeo und Julia“ begegnet. Die Briefe, die sich Heloisa und Abaelard schrieben, wurden zur Vorlage zahlreicher literarischer Werke durch die Jahrhunderte. Zum Verständnis: Petrus Abaelardus (1079-1142), Theologe, Philosoph und der große Vordenker einer geistesgeschichtlichen Epoche, die wir Scholastik nennen, begegnet in Paris Heloisa (1095-1164). Als Domherr, und zugleich ihr Hauslehrer, baut er zu der blutjungen, überaus gebildeten und hochbegabten Frau eine leidenschaftliche Liebesbeziehung auf. In … weiterlesen

Die schönen Kräfte

clausAllgemein

Das Klima hat begonnen sich zu wandeln. Das ist eine gute Nachricht, gerade zu Weihnachten und zum Ende des Jahres hin. Gemeint ist das Argumentations- und Meinungsklima im Hinblick auf das Erdklima. Von einigen unbelehrbaren und zugleich gefühllosen Exemplaren des sogenannten Homo Sapiens abgesehen, wird die Dramatik der Weltsituation nicht mehr geleugnet. Angemessene Forderungen finden sich allenthalben, und sie sind unmissverständlich formuliert. Nicht nur durch Greta. Gerichte, wie gerade der Oberste Gerichtshof der Niederlande, entscheiden konsequent pro Klima- und damit pro Erdschutz. Den Vernebelungs- und Besänftigungsmaschinen der herrschenden politischen und ökonomischen Eliten geht die Energie aus und langsam wohl auch … weiterlesen

Wegweisende Furcht

clausAllgemein

Hans Jonas (1903-1993) verdanken wir die umfassendste Ethik der technischen Zivilisation. Er gab ihr den Namen „Das Prinzip Verantwortung“ (1979). Schon in den Jahren und Jahrzehnten, in denen er lehrte und schrieb, sah er die Bedrohungen, die uns gegenwärtig umgeben, in großer Klarheit voraus – incl. der Selbstgefährdung unserer Gattung und der unzähliger Arten auf diesem Planeten. Und so formulierte er den kategorischen Imperativ von Immanuel Kant (1724-1804): Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde in den ökologischen Imperativ um:Handle so, daß die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der … weiterlesen

Menetekel

clausAllgemein

Tiefgreifende Krisen verbinden sich zumeist mit einer ganz eigenen Erzählweise. Deren Dramatik steigt mit der Dringlichkeit der Fragen, um die es geht. Neben dem Hoffnungsstrahl, der beschworen wird, damit alles doch noch gut gehen möge, besteht seit Menschengedenken der Drang, ein Menetekel (Daniel 5,25), also eine unheilverkündende Warnung gleichsam an die Wand zu malen. Das Narrativ des biblischen Menetekels will aufrütteln, ermahnen. Es will anstoßen, zu erkennen, das denkbar Schlimmste immer mit im Spiel zu halten und nicht der Versuchung zu erliegen, es solange zu übersehen und zu verharmlosen, bis es begonnen hat, Wirklichkeit zu werden. Der Geist des Menetekels … weiterlesen

Lichtstrahl aus der Unendlichkeit

clausAllgemein

Zu den ersten und zugleich den letzten Fragen des Menschseins gehören: Was ist das Universum, und hat es einen tieferen Sinn? In welcher Beziehung stehen Makrokosmos und Mikrokosmos, die sich ständig neu schaffen? Was verbindet Natur und Geist, Materie und Bewusstsein? Bei aller fortschreitenden Erkenntnis, vor allem der Quantenphysik, bleibt das Geheimnishafte, bleibt der Zauber des im letzten Unergründlichen. Wie soll das Begrenzte des menschlichen Bewusstseins auch das Unbegrenzte je ganz fassen? In Staunen, im Ergriffensein und in der Haltung der Ehrfurcht werden wir diesem Geheimnis gerecht, ohne in der Suche nach Antworten innehalten zu können. Was uns immer weiter … weiterlesen

Der verlorene Sohn

clausAllgemein

Gleichnisse begegnen uns als eine Erzählweise, die weit über die geschilderte Geschichte selbst hinausweisen möchte. Das Gleichnis versinnbildlicht ein reales Geschehen, eine konkrete Situation. Und es lädt dazu ein, dieses Geschehen, jenseits intellektueller Spitzfindigkeiten, auf anderes zu übertragen. Jesus sprach in Gleichnissen, da er bei seiner Zuhörerschaft nach eigener Aussage davon ausging, dass sie mit sehenden Augen nicht sehen und mit hörenden Ohren nicht hören und somit nichts wirklich verstehen. Das vielleicht am Häufigsten rezipierte und übertragene Gleichnis steht im Evangelium des Lukas (15, 11-32). Dort erzählt Jesus die Geschichte eines Kindes, das sich sein Erbe auszahlen ließ, in die … weiterlesen

Der Menschheitslehrer

clausAllgemein

Mein Buch „Radikale Liebe“ ist gerade im Verlag Via Nova erschienen. https://www.verlag-vianova.de/neuerscheinungen/radikale-liebe.html Es möchte knapp, aber hinreichend informativ, die atemberaubende Aktualität der Lebensethik Albert Schweitzers neu ins Bewusstsein holen und uns damit einen möglichen Weg aus dem Desaster weisen, das sich gerade beginnt, auf der Erde zu vollziehen. Den folgenden Blog-Beitrag habe ich bereits Ende 2017 geschrieben. Ich gebe ihn nun hier zur Kenntnis, da er die zentralen Gedanken des Buches äußerst verdichtet zusammenfasst… *** Menschen können wie Sterne sein. In deiner dunklen Nacht und deiner Suche nach Orientierung leuchten sie und weisen den Weg. Du kannst dich auf den … weiterlesen