Sackgasse der Natur (?)

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Sackgasse der Natur(?) In einem 1925 gehaltenen Vortrag wies der deutsche Soziologe Max Scheler darauf hin, dass der „… Mensch als Vitalwesen ganz ohne Zweifel eine Sackgasse der Natur …“ sei. Zugleich aber liege in ihm als Geistwesen der „herrliche Ausweg aus dieser Sackgasse.“ Dem Gedanken, dass nun das Reich des Geistes die Führung über eine absurde und in die Ausweglosigkeit treibende Seinsweise übernehmen muss, lässt sich zustimmen. Wandlung und die Freisetzung der in uns ruhenden Potenzen kann ohne einen Neuentwurf von Sinn, der neue Realitäten schafft, nicht erwartet werden. Dafür hat sich unsere Evolutionsstufe als zu selbstverliebt und zu blind, zu … weiterlesen

Das Narrenschiff

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Das Narrenschiff Mit der Moralsatire „Das Narrenschiff“ hielt Sebastian Brant (1494) seinen Zeitgenossen den Spiegel vor und erinnerte sie daran, dass wenn die alten Schriften und Lehren verachtet werden, „die ganze Welt in finstrer Nacht“ zu leben verurteilt ist. Reinhard Mey hat 2016 das Thema in einem Lied aufgegriffen, in dem es unter anderem heißt: Das Quecksilber fällt, die Zeichen stehen auf Sturm, Nur blödes Kichern und Keifen vom Kommandoturm Und ein dumpfes Mahlen grollt aus der Maschine. Und rollen und Stampfen und schwere See, Die Bordkapelle spielt „Humbatäterä“ … Die Luken weit offen und alle Alarmglocken läuten. Die Seen … weiterlesen

Schwundform des Potentiellen

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Schwundform des Potentiellen Dass die aktuell weltweit herrschende Politik meint, in ihrer Sicht der Dinge ohne Rückbezug auf die großen Denker der Vergangenheit und Gegenwart analysieren zu können, macht die Bewältigung des Gegenwärtigen nicht leichter. Das schließt die hinlänglich bekannten Problemlösungsstrategien und das entsprechende Handeln mit ein. Philosophen, Liebhaber der Weisheit und Visionäre sind an den Verhandlungstischen der Machteliten nun wahrlich nicht willkommen. Und so werden Gegenwart und Zukunft nicht als große Menschheits-oder Gesellschaftsentwürfe erträumt, erstrebt, entworfen und mit Pioniergeist und Leidenschaft angegangen, sondern sie werden schlicht und einfach gemacht. Über Generationen gewachsene Intransparenzstrukturen schließen dabei eine wirksame Kontrolle durch … weiterlesen

Stille und Kulisse

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Stille und Kulisse „Aber das Wehende höre, die ununterbrochene Nachricht, die aus der Stille sich bildet…“ (Rainer Maria Rilke) Wenn wir von der tiefen inneren Stille reden, so sprechen wir zugleich von der dem äußeren Auge verborgenen Tür zu dem hin, was wir Heimat nennen. Für einen Moment lang kommen wir zu Hause an. Fremd mag das nur für jemanden klingen, der sich vorstellt, dass das, was uns an Äußerem umgibt und worin wir unser vorüberstreichendes und vorübergehendes Leben füllen, auch unser wahres Zuhause sei… Das Vergängliche und jederzeit vom Tod Bedrohte mag uns gelegentlich Rastplatz sein auf dem irdischen … weiterlesen

Weihnachtsenergie

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Weihnachtsenergie – die Intuition Du siehst nur mit dem Herzen gut… Schau mit deinem inneren Auge… Dein Bauch trügt nicht… Diese Alltagsweisheiten verweisen uns auf einen Erkenntniszugang jenseits von Logik und dem sogenannten rationalen Geist. Nur aus diesem „jenseits“ wird uns das mit dem rationalen Verstand Unerklärbare überhaupt zugänglich, oder besser spürbar. Intuition ist ein Begriff dafür. Sie kann als die unmittelbarste und stärkste Erkenntniskraft des Menschen gesehen werden. Sie ist die Weihnachtsenergie, in der Neues zum Durchbruch kommt, in die „Welt“ fließt. Sie öffnet Augen für ein Geschehen, das sich dem rationalen Geist alleine nie zur Ansicht böte. Dem … weiterlesen

Das Ritual

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Vertrauen, Heimat, Struktur – das Ritual Wir können ohne Rituale nicht leben. Sie geben uns Halt, Struktur, Bindung. Sie schützen in uns das Gefühl von Vertrautheit und Verlässlichkeit in einer Welt, die uns zu entgleiten droht und deren Endlichkeit uns jederzeit unmissverständlich vor Augen führt, was wir sind: Vorübergehende und Vergehende. Gerade dem aber stellt sich das Ritual entgegen, indem es jene Wege findet, die dem Gehen Würde an die Seite stellen. Heute war in Oldenburg die Trauerfeier für den Sohn einer guten Freundin. Schneetreiben, eine glatte Fahrbahn, sein Wagen prallt frontal gegen den einzigen Baum weit und breit. Ein … weiterlesen

Mystiker, Diener und Prophet des Lebens

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Mystiker, Diener und Prophet des Lebens Menschen können wie Sterne sein. In deiner dunklen Nacht und deiner Suche nach Orientierung leuchten sie und weisen den Weg. Du kannst dich auf den Stern verlassen, doch zugleich weißt du, dass du ihn niemals wirst erreichen können. Ein solcher Stern war und ist Albert Schweitzer (1875-1965) – ein Licht, das nicht verglüht, ein Mahner und Prophet für diese Welt am Abgrund. Die Idee der „Ehrfurcht vor dem Leben“ war für den Mann, den Albert Einstein für den größten Menschen des Jahrhunderts hielt und den Winston Churchill „ein Genie der Menschlichkeit“ taufte, die Spätblüte … weiterlesen

Brüche, Sprünge, Schübe…

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Brüche, Sprünge, Schübe Das Zeitalter, in dem wir noch immer leben, wird auch als das mentale oder rationale bezeichnet. Dessen Ursprünge reichen weit zurück. Spuren finden wir bereits in den Schriften der antiken Denker. Ein erster Durchbruch vollzieht sich in Scholastik und Renaissance, die Gipfelzeit bescheren Aufklärung und industrielle Moderne. Jetzt begibt sich der Mensch in die narzisstische Bespiegelung seiner geistigen Kräfte und setzt sich zum Maß aller Dinge. Er denkt die Welt, er denkt sich selbst. Er misst, vergleicht, unterscheidet, unterteilt und entfernt sich in Riesenschritten von der nun zum Objekt degradierten Um- und Mitwelt. Mythische Vorstellungen und gleichnishafte … weiterlesen

Letzte Freiheit

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Der Tod – letzte Bastion der Freiheit Auf der gegenwärtigen Evolutionsstufe stehen wir zwischen der Anhaftung im Diesseits und dem Sehnsuchtsdrang, der in die Überschreitung führen will. Als Kinder der Erde und der Geschichtlichkeit sind wir dem Vorübergehenden ausgeliefert und immer im Angesicht der grundsätzlichen Vergänglichkeit, die alles beherrscht. Als Transzendenzwesen strecken wir uns demgegenüber in das Unbedingte, in die zeitlose Energie des Absoluten, dem wir entstammen. So schwingt der Mensch zwischen Alpha und Omega. Sein Platz ist die Bewegung, seine einzige Identität der Fluss von Potentialität und Vergänglichkeit. Diese Identität hat keinen festen Ort und keine feste Zeit und … weiterlesen

Selbstreflexion

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Selbstreflexion – das Tor zum Werden Allein die Tiefenerkenntnis durch Selbstreflexion vermag uns mit den Bruchlinien unseres Seins zu versöhnen. Sie hebt eine in der Welt verfangene und sich selbst verstümmelnde Identität zu der Gestalt, die ihrem Wesen eigen und angemessen ist. Das Erkenne dich selbst des Orakel zu Delphi verweist als ein Königsspunkt des philosophischen Denkens auf die Schlüsselbedeutung der Selbstreflexion für das Sein des Menschen. Man wird sogar sagen können, dass sich in der Selbstreflexion, der Selbsterkenntnis und dem damit verbundenen geistigen und seelischen Wachstum der dem Menschen als Möglichkeitswesen vorgezeichnete Weg zeigt. In Erkenntnis, Wandlung und Transformation … weiterlesen