Selbstreflexion

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Selbstreflexion – das Tor zum Werden Allein die Tiefenerkenntnis durch Selbstreflexion vermag uns mit den Bruchlinien unseres Seins zu versöhnen. Sie hebt eine in der Welt verfangene und sich selbst verstümmelnde Identität zu der Gestalt, die ihrem Wesen eigen und angemessen ist. Das Erkenne dich selbst des Orakel zu Delphi verweist als ein Königsspunkt des philosophischen Denkens auf die Schlüsselbedeutung der Selbstreflexion für das Sein des Menschen. Man wird sogar sagen können, dass sich in der Selbstreflexion, der Selbsterkenntnis und dem damit verbundenen geistigen und seelischen Wachstum der dem Menschen als Möglichkeitswesen vorgezeichnete Weg zeigt. In Erkenntnis, Wandlung und Transformation … weiterlesen

Art Moriendi – Epitaph für einen Freund

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Epitaph für einen Freund Am späten gestrigen Abend ist Werner Ratering verstorben. Er war ein außerordentlicher Mensch und ein begnadeter Künstler, Bildhauer, Maler. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er im Mitaufbau und der Mitgestaltung einer sozialen Skulptur, der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof. Für mich war Werner einer der Freunde, von denen du im Verlaufe des Lebens, wenn du beschenkt bist, vielleicht eine Handvoll hast. Meine Wohnung ist eine Art Galerie mit seinen Werken. So lebt er weiter. Wenn Du, der das liest, sie einmal anschauen magst, Du bist eingeladen. Der Tod war für Werner immer ein Thema, gerade auch in … weiterlesen

Lebensrechte

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Lasst uns endlich neue Maßstäbe setzen… Am 10. Dezember 1948 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen als „Dokument 217 A (III)“ die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“. Sie fand anschließend ihren Niederschlag in vielen nationalen Verfassungen, u.a. dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Auch wenn es sich dabei um eine unverbindliche Erklärung handelt, ist dieses Dokument trotzdem ein Quantensprung und strahlender Leuchtturm in der menschlichen Entwicklung. Wie der Name zum Ausdruck bringt, geht es um Rechte und damit verbunden Pflichten des Menschen, immer in Bezug auf sich selbst. Dies zieht sich auch durch alle elf Unterabkommen. Die Erde, die Pflanzen, die Tiere … weiterlesen

Mut zum Sein

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Mut zum Sein Die Überlebensfrage ist die existentielle Frage, die sich heute unserer Gattung stellt. Es geht um nicht mehr und nicht weniger. Ihr können wir nur durch das Bewusstsein der Teilhaftigkeit und der universalen Verbundenheit angemessen gegenübertreten, nicht aber durch Distanzierung oder Verdrängen. So lässt sich auch der Verführung durch jene Heilsversprechen vorbeugen, in denen die radikale Herausforderung in der wir stehen, gefährlich simplifiziert wird. Vielfalt und Widersprüchlichkeit des Gegenwärtigen dulden keine Vereinfachung und damit verbundene Ausweichprozesse. Das mögliche Neue zeigt seine Konturen vielmehr im Erfahren und Aushalten dessen, was ist und damit dem Mut zum Sein. Von diesem … weiterlesen

Erhabenheit am Wegesrand

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Erhabenheit am Wegesrand Der Mensch ist das Ergebnis der Verbundenheit mit dem Leben an sich in all seiner Vielfalt. Wir können ihn sehen als eine Art Essenz aus dieser unglaublichen Komplexität voller Überraschungen und voller Schönheit. Vielleicht will der Wunderregen der Schöpfung und Evolution sich ja im und durch den menschlichen Geist selbst erkennen – und zwar in der ganzen Bandbreite der Seinsmöglichkeiten und ihrer Wesenhaftigkeit. Dazu gehört dann allerdings auch, dass sich in uns eine Essenz des bewussten Bösen, das Pflanzen und Tiere nicht kennen, zeigt bzw. zeigen kann. Wenn wir einen Moment der These vertrauen, dass der Mensch … weiterlesen

Kairos 2: Einbruch des Ewigen in das Zeitliche

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KAIROS 2 Einbruch des Ewigen in das Zeitliche   Der christliche Mystiker Meister Eckehart (1260 – 1328) spricht davon, dass Gott, wie er dich findet, „so nimmt und empfängt er dich, nicht als das, was du gewesen, sondern als das, was du jetzt bist.“ Denn „Gott ist ein Gott der Gegenwart.“ Hier ist nicht von Interesse, woher die Chancen des Moments kommen. Es zählt alleine, sie zu nutzen, mit aller Kraft, die im Augenblick liegt. Wir sprechen von dieser Zeitgegebenheit als Kairos. Der Kairos tritt als Chance und Herausforderung in die Existenz, stößt an, zur rechten Zeit zu handeln. Da … weiterlesen

Vision trifft Kairos

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Vision trifft Kairos Die Vision richtet, vom Jetzt und seinen immer vorhandenen Möglichkeiten her kommend, die Wahrnehmung auf das, was werden will. Und sie ermutigt, die Chance zur Verwirklichung in genau diesem Moment zu sehen, denn handeln können wir immer nur im Jetzt. Das meint Kairos-Bewusstsein. Der Kairos holt die Chance als verwirklichbar in die Existenz. Er stößt an, zur rechten Zeit zu handeln und ermahnt zur inneren Wachheit und Achtsamkeit. Denn jeder Mensch ist einmalig und versehen mit der Verantwortung, dass das, was er tut und nicht tut, in dieser Weise sonst niemand tut oder nicht tut. Der Kairos … weiterlesen

Was für eine Vision?

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Was für eine Vision? Wir lesen bereits in der Hebräischen Bibel, dem sogenannten Alten Testament, dass ein Volk ohne Vision zugrunde gehe. Doch gilt dies nicht nur für eine Land, ein Volk oder eine Gesellschaft. Es gilt dies im selben Maße für alle Formen menschlicher Vereinigungen – bis hin zur Paarbeziehung. Die Vision zieht uns, sie gibt uns Richtung. Umso erschreckender auch in diesem Wahlkampf wieder, der gerade zu Ende gegangen ist, dass neben allem Wortgeklingel nirgendwo eine Ahnung zu erspüren war, welche Vision denn lebt von einem gelingenden Leben in einer mit dem Leben versöhnten Gesellschaft und Kultur. Aber … weiterlesen

Freiheit und Sinn

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Freiheit und Sinn Sich als Mensch ernst zu nehmen, heißt, sich in Entwicklung und Entfaltung zu sehen, die ein Leben lang nicht enden. So Vieles aber verstellt den Zugang zu einem Sein in der entsprechenden Tiefe. Prägungen, Konditionierungen, Determiniertheiten führen uns nicht selten wie auf Schienen durch die Erdenexistenz. Sie lenken die Blickrichtung, nehmen Weite, binden Sinne und Geist. Und so hängt der Erfolg eines jeden Entwicklungsschrittes an dem Grad der Freiheit, aus der er kommt. Der Befreiung dienen alle Übungen und alle Lebenspraxis. Sie schafft die Voraussetzungen dafür, über die eigenen Ausgangsbedingungen hinauszuwachsen. Erst in der Verwirklichung des Freiheitsdranges … weiterlesen

Vor der Wahl

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Vor der Wahl Dass eigentlich alle Gesellschaften der Gegenwart – und vor allem: ihre Repräsentanten – meinen, in ihrer Sicht der Dinge und in ihren Problemlösungs- strategien ohne Rückbezug auf die großen Denker der Vergangenheit und Gegenwart analysieren und agieren zu können, macht einen Teil des politischen Dilemmas, in dem wir leben, aus. Philosophen, Liebhaber der Weisheit und Visionäre sind an den Verhandlungstischen der Machteliten nicht unbedingt willkommen. Und so werden Gegenwart und Zukunft nicht als große Menschheits-Entwürfe erträumt, erstrebt, entworfen und mit Pioniergeist und Leidenschaft angegangen, sondern sie werden schlicht und einfach bieder und uninspiriert gemacht. Das Deutschland der … weiterlesen