Liebe in einem „sinnlosen“ Universum

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„Je begreiflicher uns das Universum wird, desto sinnloser erscheint es uns.“ Steven Weinberg (1933-2021), Elementarteilchenphysiker und Nobelpreisträger, schrieb dies im Epilog seines 1977 erschienenen Bestsellers „Die ersten drei Minuten“.Vielleicht klingt dieser Satz verstörend, aber bezogen auf das, was wir bis heute wissen, zugleich auch sinnvoll. Unzählbare Galaxien entstehen und vergehen. Kräfte, die Menschen nie verstehen können, toben sich aus; sie gebären neue Sternenwelten, verschlingen und vernichten andere, verschmelzen. Es ist ein wunderbares und zugleich schrecklich anmutendes kosmisches Schauspiel, das durchdrungen ist von einer Ästhetik der Unermesslichkeit und des Grauens. Manchmal scheint es, als wäre das alles wirklich nur ein Spiel … weiterlesen

Wider den Aber-Geist

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„Lass dich nie auf den Aber-Geist ein, nach dem alles ein böses Ende nimmt, alles sich von der dunklen Seite zeigt…Sieh lieber zu, dass du Werkzeug des guten Geistes wirst.“ (Petrus Faber, 1506-1546, Mitbegründer des Jesuiten-Ordens) Hinter nahezu jedem Gedanken lauert der Widerspruch. Keine These kann sich halten ohne Antithese. Das ist das Fundament dialektischer Prozesse, ja von Entwicklung. Das Positive des Aber als Erkenntnisprinzip gilt es also nicht in Frage zu stellen. Es ist ein wahrhaftiger, geradezu evolutionärer Grundsatz. Auch das Aber in der Politik und in gesellschaftlichen Fragen und Prozessen hat seinen berechtigten Platz. Im günstigen Falle dient … weiterlesen

„Die Steine weinten“

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Vergangenen Woche besuchte ich einen Freund in Bregenz. Abends sahen wir einen kurzen Film.Er dauert nur 13 Minuten.Es ist ein großes Thema in Verbindung mit einem wahrhaft großen Menschen der jüngeren Geschichte. https://www.dailymotion.com/video/x2u027h Mein nächster Blog erscheint am kommenden Freitag. Alles Gute bis dahinIhrClaus Eurich Wenn Sie meinen Blog abonnieren möchten, klicken Sie bitte hier

Eine neue Renaissance

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Der Schritt in eine dem Netzwerk des Lebens zugewandte Menschheitsepoche wird außerordentlich sein. In seiner Dimension mag er gar noch größer ausfallen als die Renaissance, mit der wir das Mittelalter schrittweise hinter uns ließen. Anspruch und Erfordernis hierfür sind gewiss ohne Beispiel. Denn auch wenn angesichts der Folgen massiver menschgemachter Zerstörungen und Vernichtungsorgien eigentlich kaum noch Zeit ist, können wir sie uns auf der Ebene des Bewusstseinswandels doch nehmen. Der Geist lässt sich nicht zwingen. Er lernt in den existentiellen, und vor allem das eigene Ich überschreitenden Dingen nur widerwillig und dann auch nur gemächlich. Und noch anspruchsvoller sind ja … weiterlesen

Der Marsch durch den Zyklon

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Trotz aller zivilisatorischen Selbstverständnisse, in denen wir uns noch behaglich bewegen und trotz aller gemäßigten klimatischen Bedingungen, die uns hier noch umgeben – der terrane Transformationsprozess hat begonnen. Das Wüten der Menschheit gegen das Netzwerk des Lebens mündet in dieser Erdzeitstunde in seine Antithese.Hitzewellen verbrennen große Teile der Erde und trocknen sie aus. Wassermassen ertränken Land in einem Ausmaß, dass man in frühen Menschheitsepochen von einer Sünd-Flut (Sintflut) gesprochen hätte. Pandemien beginnen ihren „nachhaltigen“ Siegeszug. Rohstoffe verknappen. Geld, an dem so lange alles hing und dem als Götze kapitalistischer Erdpolitik nahezu alles untergeordnet wurde, erweist sich täglich deutlicher als gigantische, … weiterlesen

Wahre Ehrfurcht

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Ein großes und eigentlich unentschuldbares Missverständnis beherrscht bis heute die meisten Religionen. So ehrt man den Schöpfungsgrund und betet ihn an, während man in der Lebenspraxis gleichzeitig meint, die Schöpfung selber ausbeuten und schänden zu können. Doch das Leben und der Impuls, dem es entstammt, sind nicht zu trennen. In seiner universalen Ethik der „Ehrfurcht vor dem Leben“, will Albert Schweitzer (1875-1965) die Menschheit entsprechend auf die rechte Spur führen. Denn weit reicht diese Seinsbetrachtung über das in ihr Formulierte hinaus. Sie verweist neben dem Leben, das leben will, inmitten von anderem Leben, das gleichfalls leben will, auf den ewigen … weiterlesen

Segen sein

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Im Segen wohnt Heil. Menschen wird Gutes zugesprochen, Gedeihen, Erfüllung, Schutz und Bewahrung erbeten. So deutet es bereits der lateinische Ursprungsbegriff benedictio an, der abgeleitet ist von benedicere, also gut (bene) sprechen (dicere) – von jemandem gut sprechen, jemandem Gutes zusprechen. Aus dem im engeren Sinne Religiösen heraus, hat der Segen schon längst seinen Platz in der Alltagswelt gefunden.„Ich wünsche Dir eine gesegnete Zeit.“„Segen sei mit Dir und begleite Dich auf deinen Wegen.“ Wie sich das dann in einer auf Nützlichkeit hin ausgerichteten Welt aber schnell ereignet, widerfahren dem Segen und dem Segnen ihre mehr oder weniger beliebigen Instrumentalisierungen bis … weiterlesen

Über sich hinaus

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Dass der Mensch in Berührung mit dem Absoluten steht, scheint außerhalb jeglicher Frage, ist er doch ein Teil dessen. Obwohl diese Gewissheit zu unserem tieferen Wesen gehört, müssen wir sie oft mühsam suchen und schmerzlich wieder erringen. Einiges gilt es hierbei zu bedenken. Da lebt, wenn auch nicht immer bewusst und noch seltener gespürt, jene Ursprungsgewissheit,  dass allem ein Ausgangsprinzip zugrunde liegt. Es existiert jenseits aller Phänomene von Raum und Zeit. Als Ursprung und Ende zugleich bildet es die „Substanz“, aus der sich das Vergängliche, das Werdende und Wachsende heraus entwickelt und formt. So auch der Mensch. Zwar vermag er … weiterlesen

Ähnlichkeitsverstärkung

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Das Gesetz der Resonanz lehrt die Ähnlichkeitsverstärkung. Je mehr Gleiches von Gleichem wir denken, kommunizieren und tun, desto wahrscheinlicher wird, dass es sich wieder und weiter ereignet. Je intensiver wir uns in einer bestimmten hohen Verhaltenswahrscheinlichkeit bewegen, desto stärker sind Prozesse der Gewöhnung und desto unwahrscheinlicher werden Denk- und Handlungsalternativen. Und das gilt in alle Richtungen. Es ist dieser evolutionäre und kulturelle Grundsatz, der es so außerordentlich schwer macht, dass sich kurzfristig Bewusstseinsorientierungen und Verhaltensweisen ändern.   Folgt Gewalt als Reaktion auf Gewalt, liegt es nahe, dass daraus wieder Gewalt entstehen wird. Jeder ungute Gedanke und jede ungute Handlung bauen … weiterlesen

Verwahrlosung und ein scheiternder Traum

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Im Zuge der pandemischen Selbstbespiegelung des Menschen ist aus dem Blick geraten, dass mit kontinuierlich wachsender Verwüstung der Erde das Damoklesschwert der Selbstvernichtung über uns schwebt. Obwohl die alten Gewissheiten und Sicherheiten doch längst begonnen haben, sich aufzulösen, bleibt die Frage, wie wir mit einer Welt und in einer Welt klarkommen, die sich selbstverschuldet an diesen Punkt manövriert hat, unbeantwortet im Raum. Kein Klagegesang erscheint mehr angemessen. Es gilt schlicht zu registrieren, dass genau in diesem Desaster die wohl letzte Chance ruht, an dem noch möglichen Neuen zu weben, während das Alte vergeht und stirbt. Das Gewohnte und Vertraute noch … weiterlesen