Homo Extinctor

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Die Natur ist unerbittlich und unveränderlich,und es ist ihr gleichgültig,ob die verborgenen Gründe und Arten ihres Handelnsdem Menschen verständlich sind oder nicht.(Galileo Galilei) Als der Mensch im wundersamen kosmischen Reigen auftauchte, bewegte sich das, was wir Natur nennen, schon unendliche Zeiten nach ihren eigenen inneren und unumstößlichen Gesetzen. Mit dem neuen Weltraumteleskop „James Webb“ werden wir bald bis zum Beginn dessen zurückschauen können, was wir als Universum bezeichnen. Wunderbares, Überwältigendes, nicht Fassbares wird sich offenbaren, für das es keinerlei Erklärung gibt, wenn nach dem Ursprung und dem Impuls allen Seins und Werdens gefragt wird. Von der Frage des Sinns ganz … weiterlesen

Sisyphos – Ein Held geht in Rente

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Zu oft hatte Sisyphos, der König von Korinth, den Göttern auf der Nase herumgetanzt. Schließlich fiel das Urteil: Bis ins Ewige hinein möge der Widerspenstige in der Unterwelt einen gewaltigen Stein einen Berg hinaufstemmen. Kaum oben angekommen, soll dieser jedoch umgehend wieder herunterrollen, damit alles wieder von vorne beginnen kann. Die so beabsichtigte Demütigung, ob aller Vergeblichkeit des Tuns, adelt in der Folge jedoch den antiken Querkopf zu einem Helden des Absurden. Er nimmt sein Schicksal und den Stein als Wegbruder an. Sisyphos erträgt nicht nur, er findet in dem, was als entwürdigende Strafe gedacht war, seine Berufung. Albert Camus … weiterlesen

Kairos-Zeit

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Unser Heimatuniversum kennt keinen Jahresbeginn und kein Jahresende. Es zählt keine Tage, misst der Zeit keine Besonderheit bei. Still ruht das Sonnensystem in sich selbst. In ewigem Rhythmus umkreisen die Planeten ihr strahlendes Zentrum.Es ist eine erhabene Bewegung, wie aus aller zeitlichen Vorstellung genommen. Erst der Mensch, im Erschrecken über seine und den äußeren Dingen innewohnende Endlichkeit erschuf den Gedanken von Anfang und Ende.Er benannte Jahre nach der Dauer eines Erdenlaufs um die Sonne, strukturierte Jahre, Mondzeiten und Tage in Kalendern und feierte irgendwann einen von ihm festgesetzten Abschluss, Übergang und Neubeginn. Seit 153 v. Chr. ist dies in unserem … weiterlesen

Weihnacht

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Das königliche Lebenbraucht keine Palästeum geboren zu werden Manchmal reichen ein Stallund Strohund der Segenehrfürchtiger Tiere Aber halten wir uns nicht zulangean der Krippe aufEs ist nur ein äußerer Ort Der königliche Geistdurchweht die Welt Er will in jedem MenschenHeimstatt findenüberallzu jeder Zeitins Leben treten Er breitet sich in uns ausnimmt den Raum einden das Vorläufigedas Vordergründige und Verlorene hielten Du trägst danneine unsichtbare Kroneaus dem Bergkristallder Klarheitund dem Rubinder Liebe Jetzt ist Weihnacht… Zum Anhören klicken Sie bitte hierWenn Sie meinen Blog abonnieren möchten, klicken Sie bitte hier

Kerzenschein des Lebens

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Es mag sein, dass es ohne Theologie, heute, nach etwa 2000 Jahren, keine christliche Religion mehr gäbe, keine Pfarrer, keine Sakramente, keine Zusammenführung von Glaube, Vernunft und rationalem Diskurs. Dann gäbe es wohl auch keine Gemeinden mehr, keine Klöster, keine Orden. Ja, vielleicht wäre all das sogar niemals geworden in einer Welt, die maßgeblich durch das Denken konstruiert wird. Der Platz der Theologie im Universum des Christentums soll also nicht gemindert oder gar in Frage gestellt werden, genauso wenig wie die gigantischen Geisteswelten, die sie schuf. Doch in diesen Welten kann man sich leicht verirren, manchmal verlieren, ja man kann … weiterlesen

Freiheit und Zwang – das pandemethische Dilemma

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Was den Menschen beherrscht, ob Gemeinwohlorientierung oder Individualismus, ob angemessene Ich-Fürsorge oder pure Egozentrik, zeigt sich in Krisen – und zwar vor allem solchen, in denen es um die Beziehung zum Mitmenschen und zum Kollektiv geht. Wo die Gewichte in diesem Beziehungsspiel liegen, zu welcher Seite das Pendel ausschlägt, markiert den Grad von Kultur einer Gesellschaft, einer Gemeinschaft, ja manchmal der Menschheit insgesamt. Corona führt dies unmissverständlich vor Augen, legt schonungslos offen, welche Gefühle und Energien im Lande leben.Komplexer könnte ein Problem allerdings auch nicht sein. Einfache Antworten verbieten sich. Drei Sichtweisen mögen dies exemplarisch verdeutlichen. Vordergründig scheinen sie unvereinbar, … weiterlesen

Äußerer Raum und innere Stille

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Inmitten des Alltags. Wir treten heraus. Ein Schritt über die Schwelle. Etwas umhüllt nun, was anders ist als „draußen“. Der Atem wird tiefer, nimmt eine Atmosphäre heilender Ruhe in sich auf. Sie durchströmt Leib und Seele, besänftigt den unsteten Geist. Solches geschieht an Orten, die den Menschen erwarten: wenn die Seele betrübt ist, Schmerz, Trauer, Verzweiflung, Einsamkeit oder auch nur eine flüchtige Entwurzelung Wohnstatt in ihm genommen haben; wenn er das hektische, oberflächliche und gedankenverlorene Getriebe um sich herum für eine Weile verlassen will. Um sich wieder zu finden, zu sammeln, auszurichten. Um seine Sehnsucht fließen zu lassen im Gefühl … weiterlesen

Innen

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Ein Gastbeitrag von Werner Binder Einhergehend mit der Missachtung oder gar Verachtung der menschlichen Innenwelt ist leicht zu erkennen, dass nicht-produktive Menschen, Eigenbrötler, Träumer und eigenwillige Individualisten selten Aufmerksamkeit finden. Sie werden marginalisiert. Ihre Existenz wird erschwert durch schwierig einzuhaltende Vorgaben und Bestimmungen. Wer nicht nützlich und leicht zu führen ist, hat das Nachsehen. Wer durch solche Einsamkeit, die ihm auferlegt wird, erkrankt oder stirbt, dem wird kaum nachgetrauert. Kritiker des auf Nützlichkeit und Produktivität getrimmten Systems, so wie es sich nun eingependelt hat, werden ausgegrenzt. Kritische Journalisten und Künstler spüren das mit aller Heftigkeit. Viele Klein -und Kleinst-Unternehmen fallen … weiterlesen

Zeit des Phönix

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Es darf keine Nachlässigkeit dabei geben, den Möglichkeitsraum immer wieder zu thematisieren, in den hineinzubewegen unser menschlicher Adel fordert – um nicht nur überlebensfähig, sondern entwicklungsfähig zu bleiben. Gewiss, dies zielt auch auf Gesellschaft und Kultur, doch zuerst weist es zu mir selbst. Wenn ich mich nicht auf diesen Weg begebe, wie kann ich es dann von irgendwo anders her erwarten? Jede(r) von uns trägt in einem großartigen Sinne Mitverantwortung für das universelle Ganze. Diese erfüllt sich aber nur, wenn wir wahrhaftig so leben, als wären wir für das Ganze auch verantwortlich. Hier erhebt sich nun die Herausforderung, inmitten einer … weiterlesen

Klassik und Scham – Novembertage in Weimar

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Heimat der deutschen Klassik. Zwischen Goethe, Schiller, Bauhaus, Liszt und Nietzsche. Namensgeberin des ersten deutschen demokratischen Staates. Aus der dritten Etage des neuen wunderbaren Bauhaus-Museums inmitten von Weimar sieht man deutlich den Glockenturm, ein in der DDR-Zeit 1958 errichtetes Mahnmal am Rande des nationalsozialistischen Konzentrationslagers Buchenwald. Dort wütete von 1937 bis 1945 die dunkle Seite der deutschen Seele. Ganz nahe, das Barackenlager für jeden sichtbar in der schmucken Stadt der Dichter und Denker, herrschte das unvorstellbare Grauen. Aber so, wie meine Generation (Jg. 1950) damit gestillt wurde: „Wir wussten ja nichts, ich habe niemanden erschossen“ schauten Bürger und Bürgerin weg, … weiterlesen