Aus den Symbolen der Menschheit ragt es heraus. Das Kreuz. Der waagerechte und der senkrechte Strich versinnbildlichen ein überzeitliches, grundlegendes Weltverständnis. So manches mag man darin erkennen. Etwa:Die gegenseitige Durchdringung von Geist (vertikal) und Materie (horizontal). Waagerecht zeigen sich Erdoberfläche und Wasserspiegel als das Fundament, auf dem der Mensch sich bewegt. Es wird vom Himmlischen und Göttlichen berührt.Die Vierheit als Sinnbild der Schöpfung findet einen Ausdruck – so wie die vier Jahreszeiten, die vier Himmelsrichtungen und die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde.Die senkrecht nach oben zeigende Linie hält Welt und Unterwelt in einem Gleichgewicht des Unterschiedlichen. Mit dem … weiterlesen
Die Mutter
Still steh ich am SteinVoll Wehmut und TrauerDu bist nicht mehr daHier ruht nurDein Gebein Ein jeglicher Abschiedträgt seinen SchmerzManchmal wie ein Stich ins HerzDoch wenn die Mutter gehtbist Du allein Sie trägt dich Schritt für Schritt ins LebenSie nährt dichWacht jederzeit mit SorgenBegleitet auch deine krummen WegeHauptsachesie führen ins morgen Sie ist dawenn dir der Glaube schwindetan dich selber und an dein LebenSie stärkt dir den Rückenweckt deinen Mutwird dich niemals verlassendein eigen Blut Selbstlos steht sie an deiner Seiteauch wenn deine Augen sie nicht sehnZu jeder Zeit ganz dir verbundenbis ihre eigenen Kräfte verwehn Doch auch der Tod … weiterlesen
Zukunftsgeist und Lebensmut
Wohl niemand vermag seriös abzuschätzen, was die gegenwärtigen Krisenphänomene in Welt und Umwelt bedeuten und wohin sie uns führen. Selbst Auflösung und weitestgehendes Verschwinden unserer Art liegen mit im Möglichkeitsraum.Man mag sich von diesem evolutionären Drama weiterhin distanzieren und sich in eine kleine Nische des Wohlbefindens zurückziehen; man mag es larmoyant verdrängen oder überheblich ignorieren. Das führt sicher kurzfristig zu einer mentalen Entlastung. Doch das Verdrängte nistet sich um so tiefer im personalen und kollektiven Unterbewusstsein ein. Dort ruht es, schwer wie Blei, die Energien der Leichtigkeit und Beschwingtheit langsam lähmend. Solche Abwehrmechanismen reißen den Graben immer tiefer zwischen uns … weiterlesen
Ruf ich ins Dunkel
Ruf ich ins Dunkelwenn ich Dich sucheoder ist es das Licht Man sagt Du seist BeidesUnd auch wiederum nichtNiemals bekam jemandDich zu Gesicht Bist Du das Wunderoder der Schattenunendliche Machtoder zarte Gestaltfeinsinnige Ganzheitoder rohe Gewalt In solches Fragentief versunkentragen die Gedanken fortEs ist ein RingenIch will Dich zwingenErschöpft bleibt die BitteSag doch ein Wort Es heißtSuch das Gespräch mit GottDoch da kommt nichts aus Deinem MundMensch kann schreien oder fluchenkann drohen Dich nie mehr zu suchenEr kann bitten oder zagenKann den Aufstand gegen Dich wagenund mahnend mit dem Finger zeigenDu rührst Dich nichtDu bis das Schweigen Einst starb am Kreuzein … weiterlesen
Wir gehen nicht mehr mit!
Die Menschenwelt mag so seinwie sie ist Gezeichnet von GierTreu der Gottheit des Geldes folgend Das Unrecht akzeptiert Großes und Erhabenesschneller Befriedigunggeopfert Auf Gewaltso hört mankönne die Antwort nur Gewalt seinAnsonsten siege die GewaltSo löse Gewalt die Probleme Krieg schaffe FriedenUnd dieser könnenur kriegerisch verteidigt werdenWer nicht rüsteprovoziere den Krieg Wer dem Konsum nicht dieneverantworte ArmutNur Verbrauch sichere Zukunftund schenke „Wohlstand“ Und selbstverschuldet bleibe zurückwer der Technik nicht folge *** Jene, die solches sagenund den Ton im Landewesentlich bestimmentun dies mit reinem Gewissen Sie glauben daranErkaltete EmpfindungsseelenDer Faden der Liebe zum Lebengerissen Ohren hören Schreie nicht mehrgeschundener Naturklagender Tierweltmisshandelter und … weiterlesen
Im Anfang war die Stille
Es heißt:Im Anfang war das WortDer LogosSinnund gestaltender GeistAlles was auf Schöpfung verweist Aus ein und demselbenist alles geformtNichts ohne es gemachtSechs Schöpfungstagefüllt es den Raumbis es sprichtEs ist vollbracht Es heißt weiter:Das Wort sei bei Gottund Gott das WortEinheit sei so alles Leben Des Menschen LichtDes Menschen Trostin Finsternisund an jedem OrtErfüllung dessenwonach wir streben Doch woher nahm das Wort die KraftWoraus kam seine BesinnungWorin fand seine Ordnung stattund formulierte sich Bestimmung Es war das Schweigenlesen wirdas voraus dem mächtgen Worte gingals es bevor alle Zeit beganndas endlose tiefe All umfing So gebar sich in der Stilleder unendlichen Gottheit … weiterlesen
Tod eines Universums
Mancher Menschen Lebensende schmerzt unsere Seele.Ein anderes berührt uns kaum. Solche, die an den Rändern dieser Erde und unserer Wahrnehmung das Leben verlassen, sehen wir nur als Zahlen in Kriegen, Nöten und Katastrophen. Der Tod von wiederum Anderen will uns schier das Herz zerreißen, so unterwegs waren wir mit ihnen, so wesenhaft als Du und Ich miteinander verwoben. Den Tod, ob nah oder fern, nehmen wir hin. Wie sollte es auch anders sein. Er gehört zum Lauf der Dinge. Ohne ihn kein neues Werden, kein Raum sich auszubreiten und für Entwicklung. Die Endlichkeit der Wesen ist der Zeitlosigkeit des Kosmos … weiterlesen
Die kleinen Humanitäten
In verkarsteten Lebenslandschaftenaufgebrauchter Idealeund verbrennender Hoffnungen In den Beliebigkeitsstürmendurch narzisstische Potentatenverunstalteter Welt Inmitten der Kälteräumevon Nicht-Begegnungdurch smart phonierte Asozialitäten Am Rande der Stadtjenen Sog verfolgendder Menschenströmestarren Blicksin den Kaufrausch zieht Beobachtendwie eiligen Schrittsder Amazonmanngroße Verunsicherungdurch kleine Pakete betäubtund für einen Wimpernschlagetwas Sehnsucht stillt Von Bildern gesättigtdie den Geist erstickenund unsere Mittein ein Nirgendwo entrücken … …bleiben die kleinen HumanitätenBlickedie Seelen finden und berührenGestendie in freundliche Augen führen Lobverstreut wie Wildblumensamenin großem Respektder Dankbarkeit weckt Aufrechtan Gleichgültigkeit vorbeiRäume öffnendfür zwei oder drei Innehaltenum sich selber zu spüren Geht der Weg dochvom Ich zum Duund von dort zum WirBande flechtendvon mir zu … weiterlesen
Sinn und Verbindlichkeit
In den edelsten Empfindungshaltungen liegt ein Lebensauftrag. Auch bei widrigen äußeren Umständen, starken inneren Zweifeln, ja dem missbilligt und Ausgegrenzt-Werden ist es wichtig, sie zu halten. Verbindlich und mit der notwendigen Tapferkeit. Die Ehrfurcht vor dem Leben gehört an vorderster Stelle dazu, so wie die Treue zu einem Glauben an die Mysterien des Unsagbaren. Allein dafür lohnt es zu leben. Es werden nie viele sein, die das so wahrnehmen und in Seinsqualität transformieren. Aber auf sie kommt es wesentlich an, damit die Spuren in das „Reich Gottes“, das immer schon inmitten ist, nicht verwehen. Damit jemand wartet vor dem Tor … weiterlesen
Stille und Glück
Bei aller Gewissheit sanft umfangen zu sein, bleibt eine Beunruhigung in der Stille. Sie hängt mit jenem Licht zusammen, das Geborgenheit ausstrahlt und zugleich etwas Abgründiges hat; etwas Unverstandenes, das auf die Grenze der eigenen Verstandesmöglichkeiten unmissverständlich verweist. So wie letzte Hoffnung der Erfahrung tiefer Hoffnungslosigkeit bedarf; so wie himmlisches Glück in der Begegnung nur erfahren kann, wer sich schon einmal von metaphysischer Einsamkeit als Wegschwester begleitet sah. Wahre Stille, auch Kontemplation genannt, fordert ein Ja von uns, eine Zustimmung zur Welt zwischen der Tiefe des Abgrunds und dem sonnenbeschienenen Gipfel. Solche Zustimmung kann nicht immer aus einem fröhlichen Herzen … weiterlesen










