Halt und Heimat im Reich des Geistigen

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In der Bewegung auf Pfingsten zu erhebt sich wie selbstverständlich die Frage nach dem Wesen dessen, was die Menschen Geist oder Heiliger Geist nennen. Kann man darunter eine Wesenheit, ein energetisches Feld oder eine Sphäre verstehen, wie sie etwa der christliche Mystiker Teilhard de Chardin, aber auch Natur- und Kulturwissenschaftler mit dem Begriff Noosphäre charakterisieren? Diese könnte man sich ähnlich der Atmosphäre, die unseren Planeten umgibt, vorstellen. Oder handelt es sich bei dem Reich des Geistes lediglich um eine Idee, ein Konzept, das des Menschen Sehnsucht nach Transzendenz befriedigt?Vieles spricht für die Gleichzeitigkeit des unterschiedlich Benannten als einem eigenen Bereich … weiterlesen

Die Grenze als Freiheit

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Grenzen sind dem Sein immanent. Unsere Endlichkeit und Vergänglichkeit strahlen als Archetypus der Grenze über jegliche Lebensphänomene, nicht nur die personalen. Nichts existiert, vielleicht den visionären Geist einmal ausgenommen, was sich nicht daran orientieren müsste. Zugleich ist dies die existentiellste Provokation, resultierend aus der narzisstischen Kränkung, die in der Grenzziehung selber liegt. Grenzen sind verantwortlich für ein Verständnis von Innen und Außen. Sie bestimmen biologische Prozesse, schützen den Körper als Haut, markieren Staaten und Territorien, sind Basis des Rechts und der Normengerüste. Sie hegen ein, grenzen aus, gewähren aber auch Schutz. Sie bieten Orientierung mittels Überschaubarkeit und Verstehen, nicht zuletzt … weiterlesen

Gebet ist Beziehung

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Soll er sich auch noch um das Unheil kümmern,das der Mensch angerichtet hat?Die kleinen und die großen Wünsche?Die ständigen Sorgen um dies und das?Soll er die Erde retten,die seine „Kinder“ verwüsten?Die körperlichen Gebrechen lindernund den unendlichen Schmerz nach Deinem Tod?Ist das der Sinn des Gebets? Wie viele mögen aufgestiegen sein aus Auschwitz…Wie viele aus den Schlachtfeldern und den Trümmerwüsten gestern und heute…Wie viele an den Betten schwerkranker Kinder…Wie viele im Moment der Verzweiflung am Sein… Haben sie etwas bewirkt?Und geht es überhaupt darum,etwas durch eine „äußere“ Instanz zu bewirken? Im Gebet kehre ich mein Innerstes nach Außen.Bewege in Worten, Sprache … weiterlesen

Treue ist nichts für Feiglinge

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Wir verbinden Treue normalerweise mit Beziehungen und einer darauf gerichteten Verlässlichkeit und Exklusivität. Paare erhoffen sich davon eine gewisse Stabilität, das Eindämmen von Eifersucht und eine Basis für Vertrauen.Treue fordern aber auch die alten religiösen Verständnisse ein, wie in den abrahamitischen Religionen das oberste Gebot: “Ich bin der Herr Dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“Durch den Fahneneid verpflichtet sich ein Soldat der Treue dem eigenen Land gegenüber. „Ich schwöre, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, so wahr mir Gott helfe.“  Einer Treuepflicht unterliegt auch … weiterlesen

Anders

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Dem Fremden und Unbegreiflichen in unserer Vorstellung und Empfindung haben wir den Namen „das Andere“ gegeben. Sei es die geistige, transzendente „Anderswelt“, sei es eine sich von der eigenen grundlegend unterscheidende Auffassung, sei es das manchmal irritierende So-Sein eines Menschen, sei es all das, was mir einfach als verschiedenartig und als Nicht-Ich begegnet. Schon etwas Anderes überhaupt zu bemerken und es entsprechend zu benennen, ohne zu klassifizieren oder gar zu diskriminieren, sollte uns in der heutigen Zeit Respekt abringen; ist doch viel zu oft, viel zu vielen Menschen, das, was sich ereignet und nicht ereignet, was ihnen begegnet oder außerhalb … weiterlesen

Genug

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Verlässlich dreht sie sich um die SonneKleinod im grenzenlosen UniversumKugelgestalt mit natürlichen GrenzenFür das Leben hält sie alles bereit Gier bedroht sieGier, die tötetDie zu sich hin raubtWas für alle bestimmt und versprochen ist Der Raubzug selbst zieht eine Blutspur ohne Ende Reicht es nicht, was wir habenIm Großen wie im Kleinen Warum keine ZufriedenheitMit dem was istMit dem Land, auf dem wir lebenMit den Gütern, die zur Verfügung stehenMit unserem Leben in seinen MöglichkeitenMit dem Leben der AnderenMit unserem Stand Nicht vergleichenNicht auf Andere schauenNicht ins Hier begehren, was zum Dort gehört Neid zerfrisstBegehren holt aus der MitteFehlendes Maß … weiterlesen

Ostern ist ein universaler Prozess

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Passion und Ostern fließen in einem gemeinsamen Energiestrom. In historischer Analogie zum Geschehen vor 2000 Jahren werden sie zwar sukzessive und punktuell als Zeitelemente des Kirchenjahres gefeiert; doch im Wesen stellen sie einen zusammenhängenden, ganzheitlichen Ausdruck von Sein dar. Sie bewegen sich im ewigen Prozess – nicht Kreislauf – von Werden und Vergehen, Niedergang und Neuschöpfung, Leiden und Durchbruch des Heils, Verdunkelung und Aufscheinen des Lichts, Verwundung und Heilung. Und dies betrifft, weiß Gott, nicht nur den Menschen. Den kosmischen „Karfreitag“ und das universale „Ostern“ gilt es mit zu bedenken bzw. überhaupt erst einmal wahrzunehmen. Sie wohnen dem grundsätzlichen Lauf … weiterlesen

Es ist ein Kreuz – Säkulare Passionsgedanken

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Als das Volk Israel Gefahr lief, sich von seinem heilsbringenden Gott und dessen Gesetz, der Tora, abzuwenden, in dem es sich alten Stierkulten hingab, rief Mose es zur Ordnung. Verschenkt euer Herz nicht an falsche Götter, betet keine goldenen Kälber an, nur weil eure Sinne nach einer sichtbaren Gestalt dürsten. Denn wohin die Sinne die Sehnsucht lenken, da ist auch das Herz.Es geht also nur vordergründig darum, keinen „falschen“ Gott anzubeten, um nicht der Eifersucht des „wahren“ Gottes zu verfallen. Wichtig ist vielmehr, dass das Falsche im Menschen herrscht, wenn es erst einmal das Herz kolonisiert hat. Gleichzeitig währt diese … weiterlesen

Narben der Seele

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Menschen sind voller Narben. Manche kann man sehen, sie fühlen und begreifen. Andere liegen tiefer. Sie stammen von Wunden im Herz, in der Seele. Vertrauensbruch, Untreue, Kränkungen und schwere Schicksalsschläge hinterlassen solche von Außen unsichtbaren Narben. Narben verschließen Wunden. Sie schützen Verletztes davor, unangemessen berührt zu werden, halten Blut und Lebensenergie im Körper. Und sie bleiben, als Zeichen für Geschehenes und Ausgangspunkt für wiederkehrende Erinnerungen. Sowohl äußere, als auch die seelischen Narben, bilden eine Art Ersatzgewebe, das Lücken schließt, aber immer auch mit Einschränkungen verbunden ist. Von manchen Narben wissen wir gar nicht, dass sie da sind. Sie liegen hinter … weiterlesen

Gewissenskultur als angewandte Liebe

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Wenn kein Rat mehr weiterbringt, die Erinnerung an die großen Tugenden nicht in das unmittelbare Erfordernis des Moments hineinreicht; wenn sich Ratlosigkeit im Denken, Fühlen und Abwägen ausbreitet – dann bleibt als Orientierung und letztendliche Handlungsanweisung das Gewissen. Es findet seinen Platz jedoch nicht nur im Vorfeld des Tuns. Von sich aus bemerkbar macht es sich gleichermaßen im Nachgang eines Geschehens – etwa als nagender Selbstzweifel, verbunden mit wiederkehrender Unsicherheit oder als Wohlfühlempfindung, alles richtig gemacht zu haben. Dabei regt es sich nicht nur als ein geistiger, manchmal auch unbewusster Abgleich zwischen Recht und Unrecht bzw. Sein und Sollen. Es … weiterlesen