Ruf ich ins Dunkel
wenn ich Dich suche
oder ist es das Licht
Man sagt Du seist Beides
Und auch wiederum nicht
Niemals bekam jemand
Dich zu Gesicht
Bist Du das Wunder
oder der Schatten
unendliche Macht
oder zarte Gestalt
feinsinnige Ganzheit
oder rohe Gewalt
In solches Fragen
tief versunken
tragen die Gedanken fort
Es ist ein Ringen
Ich will Dich zwingen
Erschöpft bleibt die Bitte
Sag doch ein Wort
Es heißt
Such das Gespräch mit Gott
Doch da kommt nichts aus Deinem Mund
Mensch kann schreien oder fluchen
kann drohen Dich nie mehr zu suchen
Er kann bitten oder zagen
Kann den Aufstand gegen Dich wagen
und mahnend mit dem Finger zeigen
Du rührst Dich nicht
Du bis das Schweigen
Einst starb am Kreuz
ein wahrer Mensch
In tiefer Verzweiflung rief er nach Dir
Auch hier keine Antwort
Er blieb verlassen
konnte den eigenen Vater nicht fassen
Und doch
es zieht uns in die Stille
als zarter Sog
und mächtiger Drang
Du führst durch Sehnsucht
nicht durch Wille
unwiderstehlich
ein Leben lang
Das Rätsel der Gottheit
ist nicht zu lösen
Weder durch Forschen
auch nicht durch Flehn
noch durch rechtes Streben
Aber ein letzter Schlüssel bleibt
Du musst dich ergeben
Aus der Gottheit heraus
ist alles geworden
Strömt im Überfluss
In die Welt
Ich kann es benennen
ihm Namen geben
Viel wichtiger noch
Dich darin erkennen
Du zeigst Dich als Baum
als Meer und als Quelle
als unendlicher Kosmos
als Mensch
und als Welle
Als machtvoller Geist
bist Du zu spüren
und vermagst
was sich hingibt
so zu berühren
Solchermaßen ergriffen
weiß der sich sehnende Mensch
nicht wer aber was Du bist
Darin kann ich ruhen
In Demut mich üben
mein Eigen finden
Bevor die Augen
in Deinem Licht
überfordert erblinden
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Das Foto ist Ausschnitt eines Gemäldes über einem Nebenaltar im Dom zu Münster

