Land um Land steckt ihr in Brand. Eure Raketen massakrieren Mensch und Erde. Gründe findet ihr immer. Ihr rühmt euch des Tötens und der Zerstörung um der Gerechtigkeit und des Friedens willen, verteidigt es als notwendig.
Kürzlich war zu sehen, wie der Nato-Generalsekretär die Produktion und Lieferung von Waffen damit lobte, dass im Dezember 35.000 und im Januar doch immerhin 30.000 russische Menschen damit getötet worden seien. Wie lebensverachtend und eiskalt kann ein Denken sein, das solchen Worten zugrunde liegt? Vor allem gemessen an den westlichen kulturellen und ethischen Werten und an den Menschenrechten. Öffentliche Empörung über diese Aussage blieb aus.
Ihr streut und fördert Hass unter den Völkern durch eure Feldzüge gegen Mensch und Mutter Erde; durch damit verbundene Lügen und verächtliches Gerede. So wird Generation um Generation immer neu infiltriert und bringt neuen Hass und neue Gewalt hervor.
Ihr jagt mit eurem Kriegsgerät unfassbare Ausmaße an Emissionen in die Atmosphäre, zündet riesige Öl-Depots an, pulverisiert gigantische Mengen an Bausubstanz, verwüstet und vergiftet fruchtbares Land – und feiert eure prosperierende Rüstungsindustrie.
Ihr macht damit das umweltbewusste Verhalten so vieler Menschen lächerlich und tretet die Fürsorge um die Bewahrung der Schöpfung mit Füßen.
Manchmal beruft ihr euch bei euren Missetaten sogar auf Gott und betet. Was soll das sein, was ihr „Gott“ nennt und anbetet? Um den Gott der Liebe kann es sich nicht handeln.
All das tut ihr willentlich und wissentlich. Das Lernen aus der Geschichte debattiert, relativiert, lügt oder grinst ihr weg.
Gleichzeitig gebt ihr gelegentlich vor, Menschen- und Naturfreunde zu sein und verwöhnt eure Haustiere.
Wie soll man all das nennen?
Mit Liebe hat es nichts zu tun, auch wenn ihr es immer wieder wagt, sie im Munde zu führen.
Meint ihr des Menschenadels würdig zu sein?
Wie, bitte, begründet ihr das?
Ist nicht jedes Tier, das ihr vernichtet, edler?
Gewiss. Jede(r) von uns trägt alles in sich. Gut und Böse. Liebe und Hass. Edelmut und Niedertracht. Damit umzugehen aber ist unsere Berufung und Herausforderung – zum Leben hin, wenn wir diesem gerecht werden wollen. Reinheit gibt es dabei zwar nicht. Entscheiden Menschen sich jedoch für die dunkle, lebensverachtende Seite, werden sie zum Verbündeten des Grauens. Durch ihre freie Wahl. Selbstverschuldet ist dann des Menschen Adel und die ihm an sich mitgegebene und zugebilligte Würde verspielt.
Dass diese Würde unantastbar sei – diese Idee ist groß und wunderschön. Sie gilt uneingeschränkt als Schutzrecht auf den Menschen zu. Doch zugleich, auch wenn der selbstverliebte und sich maßlos überhöhende Anthropozentrismus anderes proklamiert, kann jeder vor sich selber dieses Privileg verlieren, in dem er sich entwürdigt. Durch die freie Entscheidung, sich von den Gesetzen des Lebens abzuwenden. Fragt die Pflanzen, fragt die Tiere, fragt die Elemente, fragt das von Menschen geschundene Menschenleben.
Gibt es auf deren Schreie überhaupt noch eine sinnvolle Antwort, außer Zuwendung und Wunden verbinden? Denn gesagt ist alles doch schon so oft. Und das Licht selbst der schönsten und tiefsten Worte strahlt immer fahler. Sie wollen sich aus den inneren Denk- und Empfindungsräumen gar nicht mehr nach Außen in die Sprache bewegen. Sie sind scheu und unsicher geworden. Sie glauben kaum noch an die Botschaft, die in ihnen ruht. Sie fühlen sich zudem missbraucht, gerade durch so manche „Friedens“- Proklamationen, die wiederum spaltend, unerbittlich, ja hasserfüllt unter die Menschen geworfen werden.
Die Mauer in unendlich vielen Herzen ist so mächtig geworden, dass keine Sanftmut sie mehr durchdringt.
Und über Allem ziehen die Gestirne gelassen ihre Bahn, geht die Sonne auf und wieder unter. Der Ort des Friedensreiches ist nicht unter den Menschen. Wann verstehen wir das?
Er liegt im überzeitlichen Gang der Dinge. Von dort kann er allerdings ein offenens Menschenherz erfüllen und die Seele befrieden. Dann sind, im Kleinen, sogar Wunder möglich.
Zum Anhören klicken Sie bitte hier
Wenn Sie meinen Blog abonnieren möchten, klicken Sie bitte hier

