Ich glaube
Ich glaube an den tragenden Urgrund,
aus dem alles wurde und sich entwickelt.
Ich glaube an die Verlässlichkeit der göttlichen Gesetze,
auf denen das Universum ruht.
Ich glaube an eine überzeitliche Vernunft,
in denen diese Gesetze ihren Ausdruck finden.
Ich glaube an das Wirken des Geistes,
der die Erde umhüllt und Richtung gibt.
Ich glaube an die Macht der Liebe,
die im Raum der Menschheit eine Heimstatt gefunden hat.
Ich glaube an die heilige Gemeinschaft der Liebenden,
die Wunder bewirken kann.
Ich glaube an die Begleitung und die Botschaft der Engel.
Ich glaube an die Kraft der Segnung
und die heilende Wirkung von Klarheit und Demut.
Ich glaube an den Tod als Quelle neuen Lebens.
Und ich glaube an die Unvergänglichkeit des Seins.
Ich zweifle
Ich zweifle an einer Liebesfähigkeit,
die weit über das Ich in das Leben strahlt.
Ich zweifle an dem Triumph der Sanftmut
und dem Sieg derer, die Frieden stiften.
Ich zweifle an unserer Bereitschaft,
nur die lebensdienlichen Wege zu gehen.
Ich zweifle an der Barmherzigkeit
auch dem geringsten Leben gegenüber.
Ich zweifle an dem unstillbaren Durst nach Gerechtigkeit.
Und ich zweifle an unserer Fähigkeit über all das zu trauern.
Ich hoffe
Ich hoffe, dass es Gründe gibt, meine Zweifel zu überwinden.
Ich hoffe auf die Wandlungskraft schmerzender Erfahrungen
und dass das Leid endlich die Herzen öffnet.
Ich hoffe, dass die Sehnsucht nach dem Einen
unsere Zerrissenheit überwindet.
Ich hoffe, dass das Böse sich gegen sich selber richtet.
Ich hoffe auf das Unvorhersehbare,
das sich der Sicherheit des Niedergangs gegenüberstellt.
Ich hoffe auf den Zauber der Schönheit
und die Verführung durch den Glanz des Guten.
Ich hoffe auf den Ruf des Gewissens bei Mensch und Menschheit.
Ich weiß
Ich weiß, dass wir in einer Bringschuld stehen.
Ich weiß, dass das Alte gehen muss,
bevor Neues sich entfalten kann.
Ich weiß um unsere Unzulänglichkeiten.
Ich weiß um unsere Schatten.
Ich weiß um unsere fehlende Entschlossenheit.
Ich weiß aber auch um die Schönheit unserer Veränderungskraft.
Und ich weiß um die Unerschütterlichkeit des TROTZDEM.
Bei Goethes Gartenhaus im Park an der Ilm zu Weimar steht eine Skulptur mit dem Namen „Stein des guten Glücks“. Es handelt sich um einen Kubus, auf dem eine Kugel ruht. Das Kunstwerk gilt als Liebesbekundung Goethes an Charlotte von Stein, die wenige hundert Meter entfernt wohnend, es in ihrem Sichtfeld hatte. Mein Foto gibt einen Ausschnitt der Oberflächenstruktur der Kugel wieder.
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