Die Wahl zwischen Härten

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Wir rasen als Menschheit auf eine Wand zu, und die Geschwindigkeit steigt kontinuierlich. Dieses Bild verwendet Uwe Schneidewind, Präsident des angesehenen Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie, wahrlich kein apokalyptischer Schwarzmaler. Bevölkerungswachstum, Ressourcenplünderung, ein gigantischer Schadstoffausstoß gehören zu den vordergründigen und messbaren Ursachen. Der Wissenschaftler stützt sich dabei unter anderem auf eine von der NASA mitfinanzierte Studie, die sich mit allgemeinen Mustern des Untergangs beschäftigt. Dabei wird der nahende Kollaps einer Zivilisation dramatisch beschleunigt, wenn sie neben ihrem ökologiefeindlichen Verhalten zugleich in eine reiche Elite und eine verarmte Bevölkerungsmehrheit gespalten ist. Denn die Macht- und Finanzeliten spüren die Krisenphänomene … weiterlesen

Das Böse, die Erkenntnis und die Seele

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Je mehr Gleiches von Gleichem wir als Wahrnehmungs- und Verhaltensweisen im Raum des Menschlichen haben, desto wahrscheinlicher wird, dass es sich wieder und weiter ereignet. Je mehr mit Gewalt auf Gewalt reagiert wird, desto sicherer ist, dass dem wieder Gewalt folgen wird. „Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, daß er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“ (Friedrich Nietzsche) Jeder böse Gedanke und jede böse Handlung bauen das Feld des Bösen weiter auf, individuell und kollektiv. Als das Böse möchte ich hier mit Albert Schweitzer das definieren, … weiterlesen

Baum…

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…und neuer Mensch In dem, was wir Natur nennen, scheint alles und ist alles miteinander verbunden. Als Außen und Innen zugleich finden auch wir Menschen in diesem universalen Lebensnetz unseren Platz. Und doch empfinden wir uns zumeist als ein „Gegenüber“ und sprechen von Um- statt von Mitwelt. Es mag da schon eine Frage wert sein, warum wir unser Bewusstsein in der Trennung halten und nicht die Nähe suchen. Denn dann wüssten wir in jeder Situation, in der uns Weltfremdheit und Einsamkeit befällt, dass wir nicht, ja niemals alleine sind. Es reicht die Nähe eines Baumes, der uns im Wesen doch … weiterlesen

Du bist so schön…

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…Gaia, geliebte Erde. Die zurückliegenden sommerwarmen Herbsttage haben sonderbar berührt. Die für unsere Breitengrade außer- und ungewöhnliche Temperatur und Sonnenintensität gab eine Ahnung von den klimatischen Wandlungen, die uns bevorstehen und die bereits begonnen haben. Und gleichzeitig ist es wie ein mahnendes Aufleuchten der Natur: ‚Seht doch meine Schönheit’! Im Durchwandern der Wälder, im Blick auf das goldene Licht, das durch die noch zart gefärbten Blätter fällt, wird so vieles deutlich. Der Zauber, der dich erfasst und zugleich seine Vergänglichkeit. Die Berufung des Blattes ist es zu fallen, wenn der rechte Zeitpunkt da ist. Rainer Maria Rilke schreibt, dass sie … weiterlesen

Ob die Erde noch zu retten sei…

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…die Frage wird zur Zeit oft gestellt. Und bereits diese Formulierung offenbart den Kern des Problems, das wir Menschen auf diesem Planeten haben. Denn „die Erde“ braucht uns nicht. Eher im Gegenteil. Sie wird sich von alleine helfen, ja hat bereits damit begonnen. Im Zweifelsfall wird sie das Lebewesen, das sie so misshandelt und zurichtet, abschütteln; und sich dann regenerieren – in den Jahrhunderten oder Jahrtausenden, die sie benötigt. Wird also diese Frage so gestellt, verkennt sie das Wesentliche, nämlich dass es nicht um die Erde an sich geht, sondern wie immer um den Menschen und um seine Überlebensbedingungen. Nur … weiterlesen

Böse und Gut

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Böse und Gut Seit die Menschen begonnen haben, in Gut und Böse zu unterscheiden, stellt diese Polarität die Probe auf unsere Freiheit dar. Jeder ist nun potentieller Täter oder potentieller Heiliger. Und das beziehen wir nicht nur auf einzelne Personen, sondern oft ganze Staaten oder Kulturen. Die sogenannte Achse des Bösen ist dafür vielleicht das bekannteste Beispiel. Ist etwas als das Böse identifiziert und markiert, folgen normalerweise die Versuche, es im Namen des sogenannten Guten auszulöschen. Das Rezept lautet: Verbannung aus der Welt durch Vernichtung. Jeder dieser Versuche führte und führt unausweichlich selbst in negatives Handeln. Wie leicht kann man … weiterlesen

HinGabe

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HinGabe Dass Geben eins sei mit Empfangen, gilt als eine tiefe spirituelle Wahrheit. Wie wir geben, so werden wir empfangen; ein Grundsatz, der dem universalen Gesetz der Resonanz folgt. Doch es schwingt in dieser Sicht, wenn sie uns zum Geben ermuntern oder auffordern will, etwas Unschönes mit: die Zweckhaftigkeit, die Nützlichkeit, das „um zu…“ und eine darauf bezogene Erwartung – also das, was auf den uneigennützigen Selbstwert des Gebens einen Schatten wirft. Ich möchte stattdessen das Geben in den Kontext der heutigen Weltsituation stellen und es von jeglicher Erwartungshaltung befreien. Geben können wir dann verstehen als HinGabe in einem tieferen … weiterlesen

Der Kampf gegen Gipfel…

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Der Kampf gegen Gipfel erfüllt ein Menschenherz Es ist eine existentialistische Grundthese, dass das Leben des Menschen absurd sei. Gleichsam wie ein wildes Tier kann uns diese Absurdität unvermutet plötzlich an einer Straßenecke anspringen. Möglicher Sinn entsteht dann nur dadurch, dass wir uns in Gänze immer wieder selbst neu entwerfen. Es könnte allerdings sein, dass dieser infinite Neuentwurf in einer Spaß- und Konsumkultur wie der unseren eine ziemliche Herausforderung darstellt. Mancher mag daran verzweifeln, wenn er sich täglich wieder in diese Anforderung stellt; so wie Sisyphos, der antike tragische Held. Den Göttern tanzte er beständig auf der Nase herum, bis … weiterlesen

Lob der Grenze

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Lob der Grenze Kaum etwas ist für manche Zeitgenossen so schwer zu ertragen wie Grenzen – äußerer und innerer Natur. Ja, sie mögen sogar leicht als narzisstische Kränkung empfunden werden, wenn wir dort, wo wir so gerne weiter wollten, auf ein „Stopp“ treffen. Grenzen als lähmend wahrzunehmen, als Behinderung meines Ausdehnungsdranges und Einschränkung von Freiheit spiegelt ein kulturelles Niveau, das immer weiter, immer schneller, immer größer, durch jede Mauer hindurch zutiefst verinnerlicht hat. Es ist ein Niveau, das wir nicht anders benennen können als: spätpubertär. Ich möchte den Blick wandeln. Von dem, was mich zu behindern scheint hin zu dem, … weiterlesen

Existentielle Unsicherheit

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Existentielle Unsicherheit Verlässlichkeit im sozialen und kulturellen Prozess des Werdens können wir uns zugestehen bezüglich unserer eigenen inneren Haltung, bezüglich des Ethos, das uns trägt und ausrichtet. Vorausgesetzt, wir haben Vertrauen zu uns selbst… Der Rest ist und bleibt Kontingenz, hält also in einer Existenz, die sich in Unsicherheit bewegt. Sie muss sich strengstens versagen, nach Gewissheiten zu suchen oder sich gar in einem Leben mit Garantieanspruch einrichten zu wollen. Denn das ist der Mut, um den es geht: Das Aushalten fehlender Handlungsmacht im Sein, das Ertragen der mitgegebenen Unsicherheit hinsichtlich aller erkannten Möglichkeiten und damit des Fehlens eines als … weiterlesen