Kollektivwahn

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Wenn wir über das sogenannte Böse sprechen, denken wir zumeist an Personen, in denen es eine Ausdrucksweise findet. Doch gerade der Aspekt des Kollektiven ist für sein Verständnis von außerordentlicher Bedeutung. Im kollektiven Bewusstsein und im kollektiven Unbewussten hat das Böse eine unbegrenzte Heimstatt. Von hier aus kann es die einzelnen Menschen infizieren. Es macht sie zu Tätern und/oder führt sie in eine Haltung der stillen Hinnahme, die gegen das Unrecht nicht aufbegehrt bzw. die es verleugnet oder verharmlost. Im Rassismus und in religiösen/ideologischen Verblendungen findet der kollektive Schatten als Massenwahn seine vielleicht brutalste und ausuferndste Ausprägung. Oft wendet sich … weiterlesen

Unsterblich?

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Gastbeitrag (incl. Foto) von Tilman Evers „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“ Wir kennen diesen Satz von Albert Schweitzer, in dem er seine Gedanken zur Ehrfurcht vor dem Leben verdichtete. Wie aber steht dazu der andere Satz, der sich daran anfügt: Wir sind sterbliche Wesen, die den Tod scheuen, inmitten von sterblichen Wesen, die den Tod scheuen? Hebt das nicht den ersten Satz auf, weil doch sowieso alles untergeht? Im Gegenteil. In jedes Lebewesen ist der Zyklus von Geboren-Werden, Reifen und Sterben, von Keimen, Blühen und Verwelken eingebaut – und nur deswegen kann es … weiterlesen

Leere und Liebe

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Die meditativen Schritte in die Stille werden in manchen Wegen und Schulen von der Aufforderung begleitet, den Gedanken und vordergründigen Empfindungen zu entkommen. Tauche ein in die Tiefe der Stille und die Stille hinter der Stille. Lass dich von ihr tragen, in einer Haltung metaphysischer Nüchternheit und innerer Gelassenheit. Der Raum, in dem du dich dann aufhältst, gilt als der Raum des Nichtwissens, des Nichtempfindens, der Leere. In ihm lässt du los; er reinigt dich und dein Bewusstsein. Suche dort kein DU, zu dem hin du dich innerlich ausrichtest, denn es wäre nur eine Projektion deiner Sehnsucht. Bis zu einem … weiterlesen

„Förster“ sein

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Dass große Teile des Waldes auch in unserem Land bedroht sind, ja sich bereits, wie bei den Fichten, ein dramatisches Baumsterben ereignet, ist keine Neuigkeit. Trockenheit, entsprechender Schädlingsbefall, Monokulturen tragen ihren Anteil daran. Förster sind deswegen bereits seit Längerem mit der Frage beschäftigt, wie sich die Bewaldung unter veränderten klimatischen Bedingungen anpassen muss. Sie denken dabei in anderen Planungszeiträumen als Politiker oder auch jede(r) von uns dies gemeinhin tun. Förster denken im eigentlichen Sinne nachhaltig. Sie kennen die Zyklen der Natur. Eine Fichte braucht 80 – 120 Jahre, bis sie geschlagen werden kann, eine Buche 120 – 160 Jahre und … weiterlesen

Verwirkt

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In Gesprächen mit manchen Vertretern der politischen und ökonomischen „Eliten“ bzw. in deren Selbstoffenbarungen und Verlautbarungen fällt eine oft seltsam anmutende Beschränktheit auf. Sie ist der Verfangenheit in einer Weltwahrnehmung und Weltdeutung geschuldet, die wir systemisch nennen können. Du bist im Denken und Analysieren gleichsam programmiert auf das Selbstverständnis, die Abläufe, die inneren Logiken und die Bedürfnisse der Kontexte hin, in die du dich hinein sozialisiert hast – ob gewollt oder ungewollt oder in einer Mischung. Systemisch und entsprechend zentrisch ist der Blick des Ökonomen und der ökonomisch Handelnden auf das Wirtschaftssystem, in dem sie wirken und das sie repräsentieren. … weiterlesen

Vermehrung und die Grenzen des Wachstums

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Ein Gastbeitrag von Achim Weimer DerDalai Lama hat es so ausgedrückt: Jeder Mensch ist ein wunderbares Wesen. Aber es gibt zu viele dieser wunderbaren Wesen auf dem Planeten. Wenn wir es nicht Katastrophen – Hunger, Krieg, Seuchen – überlassen wollen; wenn wir auch dem Rat Stephen Hawkings noch nicht folgen können, Wohnstatt auf einem anderen Planeten zu suchen; dann bleibt die Überbevölkerung das große Grundproblem, an dem jeder Versuch einer globalen ökologischen Wende scheitern wird. Wollten wir aus Einsicht weniger werden, hieße das, weniger Kinder in die Welt zu setzen. Wirklich wirkungsvoll wäre dann die Ausrichtung auf eine weltweite Ein-Kind-Politik. … weiterlesen

„Freiheit“ und die Umkehrung der Werte

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Der langfristige Erfolg eines jeden menschlichen Entwicklungsschrittes hängt an dem Grad der Freiheit, aus der er kommt. Befreiung schafft die Voraussetzungen dafür, über die eigenen Ausgangsbedingungen hinauszuwachsen. In der Verwirklichung des Freiheitsdranges ersteht ein Lebenssinn, der mehr ist als das bloße Hinnehmen und sich Arrangieren mit den sogenannten Verhältnissen. Mit der Freiheit halten wir neben der Liebe das wohl kostbarste Gut der Menschheit und eines jeden einzelnen Menschen in Händen. Sie gibt ihm eine Würde, die jene dem Sein an sich immer schon verliehene noch einmal übersteigt. Denn sie führt den bewussten Geist in die Selbstbestimmung. Doch diese aus der … weiterlesen

Ehrfurcht

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„Wer nicht mehr staunen und in Ehrfurcht versunken stehen kann, ist so gut wie tot…“ (Albert Einstein) Ehrfurcht – ein altes Wort. Und es klingt in diesen Zeiten der Maßlosigkeit, der Gedankenlosigkeit, des zerfließenden Respekts und der Grenzüberschreitungen wie etwas Fremdes aus längst vergangenen Tagen. Ehrfurcht ist nicht angeboren, wir erwerben sie durch Sozialisation, Erziehung und vor allem dadurch, dass wir uns als Menschen ernst nehmen. Erst mit der Ehrfurcht beginnt nach meiner Überzeugung das wesenhafte, eigentliche Menschsein, das mehr ist als biologische, vegetative, kognitive und affektive Abläufe. Ehrfurcht kann als Haltung dem Leben gegenüber gesehen werden. Insofern umfasst sie … weiterlesen

Wem gehört eigentlich was?

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Wir haben es uns in Jahrtausenden angewöhnt, in Kategorien von mein und dein zu denken. Das entspricht auch durchaus unserem evolutionären Entwicklungsstand, der in seiner dominanten Seite von einer Ego- und Habenstruktur auf allen Ebenen, von Abgrenzung und vom Anhaften geprägt ist. Solches mag in Ordnung sein, wenn es um Dinge des Alltags geht und all das, was zu unserer persönlichen Lebensorganisation dazugehört. Es mag auch noch in Ordnung sein im Hinblick auf das Haus, das wir bewohnen und die Parzelle Land, auf der es steht. Gleichwohl beginnen hier bereits die ersten Fragen. Sie tauchen etwa auf, wenn Pflanzen vergiftet … weiterlesen

Strukturelle Sünde

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Noch so viel Einsicht…Noch so viel Betroffenheit…Noch so viel Bemühen… Du hast das Gefühl, gegen Wände zu laufen. Immer wieder. Du möchtest ökologisch, erd- und lebensverbunden leben, und kommst doch an Plastik, an Automobilität oder an vergiftender Chemie in so vielem, was dich umgibt und was du nutzt, nicht vorbei. Du isst schon so lange kein Fleisch mehr, fliegst nicht, reduzierst das Schädliche, wo es dir möglich ist – doch dein ökologischer Fußabdruck in dieser Kultur bleibt ein Desaster. Wirklich nachhaltige, gerechte und dem Leben dienende Verhaltensoptionen sind kaum oder nur mit erheblichem Bemühen und durch gravierende „Kosten“ umzusetzen. Dem … weiterlesen