Ich habe es geahnt…

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„Überall geht ein frühes Ahnen dem späteren Wissen voraus.“ (Alexander von Humboldt, 1769-1859) Da lebt so eine Ahnung, dass etwas auf einen zukommt. Sie breitet sich als diffuses, vages Vorgefühl in unserem Gemüt aus, das kaum zu unterdrücken ist.Manchmal wird die Ahnung Wirklichkeit. Ein anderes Mal stellen wir fest, dass wir uns mit ihr wohl doch getäuscht haben. Aber selbst dann hatte sie eine Wirkung. Wer eine Vorahnung hat, ändert durch sie möglicherweise sein Verhalten bzw. seine Einstellung und damit den Verlauf des Geschehens. Genau das mag dann bewirken, dass das Erahnte nicht oder anders eintritt. Man könnte in diesem … weiterlesen

Epilog

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„Hindurch werden wir nur kommen, wenn wir wissen, wohin wir wollen.“ Dieses Zitat von Martin Buber war der Ausgangspunkt für das Auffalten der sieben Lebenshaltungen, die den Menschen und die Menschheit auf einen entsprechenden Weg führen und ihn darauf halten können. Zu wissen, wohin wir wollen, sollte allerdings nicht mit der Existenz eines anpeilbaren Zielpunktes verwechselt werden. Es geht vielmehr um einen heilenden Prozess, weswegen wir auch von den sieben Haltungen sprechen und nicht von irgendwelchen Bedürfnisse oder Wünschen. Was wie ins Leben treten will, zeigt sich in der Bewegung. Der Blick öffnet sich im Zugehen auf den Horizont einer … weiterlesen

Sieben: Getragen vom Strom der Weisheit

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Liebe Interessierte an meinem Blog. Sie können von nun an den Text auch von mir eingesprochen hören. Ein Link befindet sich am Ende. ******* Aus welchem Reservoir schöpfen wir, wenn wir nach Antworten auf die Frage suchen, wohin wir wollen? Es ist das Meer, der unendliche Ozean der Weisheit. Alles ruht ausgesprochen und unausgesprochen in ihr.Im biblischen Buch Sprüche ( 8, 22–31) steht geschrieben: Bevor die Welt geschaffen wurde, war ich da. Ich, die heilige Weisheit. Ich war da von Anfang an, von Ewigkeit zu Ewigkeit… Ich, die Mutter alles Lebendigen. Ich bin die Mutter des Gottes… Wohl denen, die … weiterlesen

Sechs: Tätige Hoffnung

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Hoffnung ist ein Lebenselixier. Wo der Mut zum Sein im Angesicht von unerträglich scheinenden Existenzbedingungen auszubluten droht, sendet sie einen Lichtstrahl aus dem Möglichkeitsraum des Zukünftigen. So gibt sie dem verzagenden Menschen eine letzte Zuversicht an die Hand, die es vermag, ihn aus dem Dunkel der Seele zu führen. Doch so manche Hoffnung verschlimmert das Befinden sogar, wenn die Hürden der Unwahrscheinlichkeit, die ihr gegenüber stehen, schlichtweg unüberwindbar sind. Ungesund wird Hoffnung schließlich auch da, wo sie der Gegenwart ihr Recht, ihre Würde und ihre Möglichkeiten raubt. Das ist der Fall, wenn in der Konzentration und Ausrichtung auf das ersehnte … weiterlesen

Fünf: Tapferkeit

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In den antiken, aristotelischen Tugenden und ihrer Wiederbelebung in der Tugendlehre des Thomas von Aquin (1225-1274), spielt die Tapferkeit eine ganz wesentliche Rolle. Zwischen blinder Tollkühnheit und Feigheit liegend, gibt sie dem Leben Ernsthaftigkeit, Konsequenz und Verlässlichkeit. In ihr werde ich meiner Menschenwürde gerecht. Tapferkeit kann als die Bereitschaft verstanden werden, im Ringen um die Verwirklichung des Guten auch Verletzungen, im Zweifelsfalle bis zum Tode, hinzunehmen, wie Josef Pieper dies in seiner Abhandlung „Vom Sinn der Tapferkeit“ (1934) in Bezug auf Thomas konstatierte. Die Bereitschaft zur Verwundbarkeit entsteht um den Erhalt bzw. das Erlangen einer tieferen Unversehrtheit willen. Was die … weiterlesen

Vier: Einfachheit

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Sinnfragen könnten sich in einer Kultur, die auf Wohlstand, relativ sicherer Versorgung und einem weitgehend stabilen politischen System beruht, anders stellen als dort, wo der tägliche Kampf ums Leben und Überleben den Alltag bestimmt. Wo also durch die weitgehende Befriedigung der Grundbedürfnisse geistiger Raum wäre für die wesentlichen Fragen des Seins, dominiert gleichwohl die Macht des Materialismus. Sie reicht bis tief in die Sehnsuchtsregungen des Menschen und sein Streben hinein. In dem, was du hast und was du in der Gesellschaft und in den Augen anderer bist, erkennst du dich wieder. Daran misst du dich zu wesentlichen Teilen und bestimmst, … weiterlesen

Drei: Geschwisterlichkeit

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Die Ehrfurcht vor dem Leben verändert die Haltung und die Weise, mit denen wir anderem Leben begegnen. Geschwisterlichkeit ist dafür der rechte Begriff. Ihn gilt es nun neu bzw. entsprechend weiterzudenken. In herkömmlichem religiösem Verständnis meint er die liebende Zuwendung auch zu den Menschen und Menschengruppen, mit denen wir nicht verwandtschaftlich verbunden sind. Für sie übernehmen wir Verantwortung, erweisen uns solidarisch, über alle Barrieren und Grenzen hinweg. Dahinter steht die Einsicht, dass alle Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit eine große Familie bilden, die von demselben Planeten genährt werden, dieselbe Luft atmen, Wärme unter derselben Sonne finden. Geschwisterlichkeit beendet Rassismus und Diskriminierung. … weiterlesen

Zwei: Ehrfurcht vor dem Leben

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Die Welt kann nur entzaubert, das Leben nur dann missbraucht, Mutter Erde nur dort geschändet und entwürdigt werden – wo es an Ehrfurcht mangelt; der Ehrfurcht vor dem Leben, vor dem Sein und Werden. Erst mit ihr als grundlegender Haltung allem Sein gegenüber, beginnt das wesenhafte, das eigentliche Menschsein. Man reservierte einst das ehrfürchtig Sein auf jenes hin, was den Bürger übersteigt – Gott, Vaterland, Kirche, außergewöhnliche Personen, Naturgewalten, herausragende Kunstwerke oder Bauten. Da erweist du deine Ehrerbietung, nimmst dich zurück, ergibst dich in Respekt. Und ein wenig mag in der ehrfürchtigen Haltung, vor allem anderen Menschen oder Institutionen gegenüber, … weiterlesen

Beginn einer Antwort

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Ein Freund regte als Reaktion auf meinen letzten Blog an, dass es schön wäre, wenn ich zu der Frage, wohin wir wollen, eine auch konkretere Antwort gäbe. Das möchte ich aufgreifen und in den kommenden Wochen deshalb die 7 mir als wesentlich und unabdingbar erscheinenden Aspekte auf- und ausführen. Welche Orientierungen und Haltungen dienen dem Netzwerk des Lebens? Was gründet uns als Mischwesen aus Geist und Materie, aus „Himmel“ und Erde? Die Quelle dazu liegt in dem überzeitlichen Geist- und Weisheitsraum, den jeder Mensch, zu jeder Zeit, ohne Vorbedingungen betreten kann, gleich auch, in welchen Bahnen sein Leben sich bislang … weiterlesen

Wohin wollen wir?

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Die verordneten Kontaktbeschränkungen und Einengungen der persönlichen Bewegungsfreiheit erscheinen vielen Menschen hart. Sie wecken oder verstärken Gefühle der Einsamkeit und auch der Ohnmacht. Man sieht sich einem unsichtbaren Feind ausgeliefert. Und kaum hat das Zurückfahren des öffentlichen Lebens begonnen, wird der Wunsch erdrückend, dass es doch wieder so sei oder zumindest bald werde, wie es einmal war. Das ist verständlich. Gewohnheitstiere brauchen eine in äußeren Bedingungen ruhende Vertrautheit, Sicherheit und Behaglichkeit. Wiederkehrende und unkalkulierbare Veränderungen berühren das Selbstverständnis. Denn sie fordern eine Flexibilität ein, in der die Umstände des Lebens nicht als sichere Burg, sondern als Nomadenzelt verstanden werden. Verlässliche … weiterlesen