Dual und Nondual – Einheit und kein Gegensatz

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Dass das Leben in seinen milliardenfachen Manifestationen dem Einen, dem Urgrund entstammt und in ihm ruht, liegt als Einsicht und Erfahrung allen bedeutenden spirituellen Wegen zugrunde. Wir sprechen von diesen Erfahrungen, die sich auf die eine göttliche Realität und die Nicht-Existenz einer wesenhaften Trennung von Gott und der Welt oder von Gott und der Seele beziehen, auch als Mystik. Jedem Menschen ist es grundsätzlich gegeben, in diese Erfahrung bewusst einzutauchen, ihr schlicht nur zu begegnen bzw. von ihr einfach so erfasst und ergriffen zu werden.Das Eine und Ursprüngliche, das Ungeteilte und Ungetrennte, das Zuhause aller Wesenheiten ist der Ausgangspunkt und … weiterlesen

Wenn da doch ein wenig Unschuld wäre

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Wenn da doch ein wenig Unschuld wäreWie im ersten Blick am Morgenbevor die Erinnerungund der urteilende Geist sich regen Wie in den Augen eines Kindesbevor es gelernt hatzu unterscheiden Wie bei Parzivalauf dem Weg zum Gral Bliebe doch nur etwas UnschuldWenn wir zuordnenvergleichenund in Wertungen gehen Wenn wir zaudernstatt der Stimme des Herzens zu folgen Wenn wir drohen uns anzupassenstatt auf das Gewissen zu hören Wenn da doch etwas Unschuld sich regteIm Aufeinander ZugehenIm Sich BegegnenIn der Sehnsucht nach Frieden und Versöhnung Und wenn wir doch der Unschuld Klagen hörtenBevor wir Grenzen überschreitendas Staunen unterdrückendas Geheimnis entblößendie Anmut entwürdigenund den … weiterlesen

Was meint eigentlich „christlich“?

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Es liegt im Selbstverständnis der großen Religionen, sich Einzigkeit zuzuschreiben. Gewiss kann man von den Ursprüngen des Religiösen her den unterschiedlichen Wegen ihr jeweils Besonderes, ja vielleicht sogar Außergewöhnliches attestieren. Daraus jedoch einen Absolutheitsanspruch abzuleiten, wendet die Schönheit der besonderen Erscheinung ins Anmaßende und Weltfremde. Denn alle „Völker“ empfingen auf ihrer Suche nach dem göttlichen Urgrund die Heilsbotschaft durch jeweils ihre Propheten, in jeweils ihrer „Sprache“ und eingebettet in eine für sie verständliche Erzählweise. Will man die verschiedenen Wege der Rückbindung (religio) des Menschen in ihrem Wesen verstehen, so heißt das, sich dem Kern und Ausgangsimpuls zuzuwenden und weniger den … weiterlesen

Lebenspolitik

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In Wahlkampfzeiten erblüht die Formulierung von Interessen und von Absichtserklärungen zu deren Umsetzung. Politikerinnen, Politiker und solche, die es  gerne wären, entwickeln eine Phantasie, die im alltäglichen Politikbetrieb ansonsten gerne der Kritik und Beschimpfung des „Gegners“ vorbehalten bleibt. Die Maßstäbe, an denen sich versprochene Vorhaben dabei orientieren, lauten beispielsweise:Freiheit, Gerechtigkeit, Wachstum, Fortschritt, Wohlstand, Wandel, Sicherheit, Klimaschutz…Natürlich sind diese Begriffe, unabhängig von einer Partei, in beliebigen Konstellationen zu variieren und zu plakatieren. Da ist dann nichts falsch, alles klingt irgendwie gut und beruhigend, kommt inhaltlich auf völlig undramatische Weise leer daher, von möglicherweise ärgerlichen Konsequenzen für den Einzelnen entschlackt und baut … weiterlesen

Der Kommunist und die Heilige

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Verhängnisvoll war und ist die Beziehung des Menschen zu Um- und Mitwelt. Die heute immer deutlicher zu Tage tretenden Folgen erscheinen dabei als etwas sich gerade erst Ergebendes, ja Überraschendes. Doch die warnenden Stimmen sind wahrlich alt und kommen aus berufenem Munde, wie zwei völlig unterschiedliche Beispiele verdeutlichen mögen. In meinem 1988 erschienenen Buch „Die Megamaschine“ zitierte ich Friedrich Engels (1820-1895) aus seiner Schrift „Die Dialektik der Natur“:„Schmeicheln wir uns indes nicht zu sehr mit unseren menschlichen Siegen über die Natur. Für jeden solcher Siege rächt sie sich an uns. Jeder hat in erster Linie zwar die Folgen,  auf  die … weiterlesen

Aufbruch in das neue Land

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Wie ein verschlossenes Buch liegt die Zukunft vor uns. Die einzelnen, noch leeren Seiten, öffnen und beschreiben wir durch das, was wir jetzt in diesem Moment denken oder nicht denken, tun oder nicht tun. Nichts davon war schon einmal da. Und noch immer ist jederzeit so vieles möglich, trotz der Sackgassen, in die sich die Menschheit manövriert zu haben scheint, trotz der nicht zu heilenden Schäden, mit denen wir diesen wunderbaren Planeten gezeichnet haben. Als gelebte Ambivalenz verkörpert Homo Sapiens zweierlei: das, was in Anmaßung, Gier, Ignoranz, Versuchung und Trägheit wurzelt; aber eben auch das, was ihn zu einer jederzeit möglichen … weiterlesen

Die Lebensreise

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Es gibt ein Wissen, das vor allem Bewusstsein des Menschen liegt. Es wird das überzeitliche, ewige Wissen genannt. Aufgehoben in den zeitlosen Gesetzen, lebt es in allem Sein. Die Sonne, der Baum, die Quelle, der Wind und der Berg tragen es genauso in sich wie ein Wolf, ein Adler und ein Schwarm voller Fische. Dem Menschen ist zugestanden, von diesem Wissen zu wissen und es freizulegen. Ihm ist die Möglichkeit gegeben, sich daran zu erinnern und es aus seiner Dunkelheit des Vergessens ans Licht zu heben.Manchmal bedarf es dazu eines Lehrers, der behutsam zu der Einsicht führt, die doch immer … weiterlesen

Jemand

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Jemand muss warten und da sein,wenn du uns suchst Jemand muss still sein,wenn die Flammen das Land verschlingenund hören, was du uns sagen willst;ein brennender Dornbuschreicht nicht mehr für unsere Aufmerksamkeit Jemand muss wach sein,wenn die Fluten kommenund die wahre Bedeutung des Regenbogensund seiner Farben wieder verstehen Jemand muss mit Kain unterwegs sein,bevor er auf Abel trifft Jemand muss die Kerze halten,wenn die Gottesfinsternisin unseren Herzensich weiter ausbreitet Jemand muss sitzen,oben auf dem Bergund deine Zeichen deuten,die du gibst, unten im Tal des Lebens Jemand muss die Augen der Seele öffnen,um die Himmelsleiter zu sehen,auf denen die Engelzu uns gelangen … weiterlesen

Liebe in einem „sinnlosen“ Universum

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„Je begreiflicher uns das Universum wird, desto sinnloser erscheint es uns.“ Steven Weinberg (1933-2021), Elementarteilchenphysiker und Nobelpreisträger, schrieb dies im Epilog seines 1977 erschienenen Bestsellers „Die ersten drei Minuten“.Vielleicht klingt dieser Satz verstörend, aber bezogen auf das, was wir bis heute wissen, zugleich auch sinnvoll. Unzählbare Galaxien entstehen und vergehen. Kräfte, die Menschen nie verstehen können, toben sich aus; sie gebären neue Sternenwelten, verschlingen und vernichten andere, verschmelzen. Es ist ein wunderbares und zugleich schrecklich anmutendes kosmisches Schauspiel, das durchdrungen ist von einer Ästhetik der Unermesslichkeit und des Grauens. Manchmal scheint es, als wäre das alles wirklich nur ein Spiel … weiterlesen

Wider den Aber-Geist

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„Lass dich nie auf den Aber-Geist ein, nach dem alles ein böses Ende nimmt, alles sich von der dunklen Seite zeigt…Sieh lieber zu, dass du Werkzeug des guten Geistes wirst.“ (Petrus Faber, 1506-1546, Mitbegründer des Jesuiten-Ordens) Hinter nahezu jedem Gedanken lauert der Widerspruch. Keine These kann sich halten ohne Antithese. Das ist das Fundament dialektischer Prozesse, ja von Entwicklung. Das Positive des Aber als Erkenntnisprinzip gilt es also nicht in Frage zu stellen. Es ist ein wahrhaftiger, geradezu evolutionärer Grundsatz. Auch das Aber in der Politik und in gesellschaftlichen Fragen und Prozessen hat seinen berechtigten Platz. Im günstigen Falle dient … weiterlesen