Seinsangst und Hoffnung

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Seinsangst und Hoffnung In eine neue, dem Leben dienende Kultur aufzubrechen, wird immer wieder auch mit dem Gefühl und mit der Vorstellung von Unsicherheit, ja existentieller Infragestellung verbunden sein. Dann mag auch Angst mit ins Spiel kommen. Das Pendel des Seins beginnt zwischen beflügelndem Aufbruchsgeist und der Schwerkraft, die Bestehendes und Vertrautes halten und sichern will, zu schwingen. So vieles in der Geschichte des Menschen ist dieser Schwerkraft letztendlich erlegen. Zu oft haben sich Beharrung und Gewöhnung und die darauf bezogene Trägheit als zu mächtig erwiesen und so noch die schönsten Aufbrüche blockiert, ja zugedeckt. Angst gehört neben der Beharrungsenergie … weiterlesen

Das Tollhaus

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Das Tollhaus Die Sitzungen des Deutschen Bundestages in der vergangenen Woche waren für das parlamentarische Selbstverständnis unserer Volkvertreter ein exemplarisches Lehrstück. Die Flüchtlingsdebatte zeigte erschreckend und ernüchternd das politisch spätpubertäre Niveau der Frauen und Männer auf, die in führender Position für ihre Fraktionen das Wort ergriffen. Vorformulierte und auswendig gelernte akustische Giftpfeile wurden in den Raum geschossen, nur darauf zielend, mediale Öffentlichkeit zu provozieren, um sich dann am Abend fünf bis fünfzehn Sekunden auf den Bildschirmen genießen zu können. Was, vom Selbstverständnis wiederum unserer Medien her, wenig überraschend, blendend gelang. Es geht in solchen parlamentarischen Debatten nicht darum, Entscheidungen vorzubereiten … weiterlesen

Es zieht alles vorüber

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Es zieht alles vorüber einfach so als wäre nichts gewesen und es war ja auch nicht wenn wir es nicht halten in der gestaltenden Erinnerung. Es zieht alles vorbei im Gleichstrom des Universums und macht alles gleich wenn wir nicht entwerfen und formen. Alles ist nichts ohne unser Wollen und die kreatürliche Regung. Es herrscht bewusstloses Nichts differenzlose Unterscheidungsunfähigkeit in dem, was man das All-Eine nennt. Und es zieht still und leer vorüber. Es bleibt unser Selbstentwurf der im Zweiklang mit dem Du ein Drittes formt und dieses weitergibt zum Ausgangspunkt eines neuen Universums. In mir. In Dir. In Allen, … weiterlesen

Der vierdimensionale Mensch

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Der vierdimensionale Mensch Die Zuversicht, dass jeder Moment nahezu unbegrenzte Möglichkeiten enthält, nennen wir Kairos-Gewissheit. Durch sie kann Zeit als schöpferisches Prinzip der Wirklichkeit erfahren werden und wahre Dauer als schöpferische Zeit. Sie spricht uns damit den Mut zu, uns selbst zu entgrenzen und zu überschreiten. Was gäbe es auch zu verlieren in den Bewegungen über das eigene Ich und eine in Selbstgefälligkeit erstickende Welt hinaus? Im Kairos, nicht nur biographisch, sondern heilsgeschichtlich verstanden, liegt die Antwort. Jeder Tag ist bereit, eine neue Seite im Buch der Entwicklung von Mensch und Erde aufzuschlagen. Und jeder neue Abschnitt, in den wir … weiterlesen

Neues Heldentum

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Neues Heldentum Das gewaltige zukunftsweisende geistige Experiment, von dem ich in der vergangenen Woche sprach, bedarf mehr als eines Aufbruchs. Es ruft nach einem visionären Ruck und entsprechend folgender Tatkraft großer Teile der Menschheit. Doch wie gelingt das Vorwärtsschreiten in einem solchen Geist, das über sich und die Gegenwart hinausgeht? Nun schlägt die Stunde der Phantasie, der kreativen Imagination, der Bilder, die etwas vorstellbar und einfühlbar machen. Eine darauf bezogene Sprache ist gefordert. Dann kann ein Sog durch die Gegenwart hindurch und über sie hinaus entstehen. So nimmt das Morgen eine Gestalt an, mit der wir in eine neue Begegnung … weiterlesen

Das große TROTZDEM

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Das große TROTZDEM In meinem Beitrag in der vergangenen Woche sprach ich die Notwendigkeit an, unser Denken, Empfinden und Handeln auf die nach uns Kommenden auszurichten. Das Mögliche erklimmen, Beispiel sein; der Apokalyptik und darauf bezogener Lethargie keinen Raum geben; dem unausweichlich Desaströsen das große TROTZDEM gegenüberstellen. Niemals darf Aufgeben unser Verhalten bestimmen – Durchhänger der Verständnislosigkeit und Traurigkeit durchaus mitbedacht. Noch immer liegt so Mannigfaches vor uns, gehören Geschichte und täglicher Neubeginn untrennbar zusammen. Der Auftrag des Menschseins lautet aus dieser Perspektive: in Würde das in die Zukunft hinein befreien, was an edlen, dem Leben dienenden Möglichkeiten in uns … weiterlesen

In Würde (unter)gehen

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In Würde (unter)gehen Die Menschheit hat sich die Natur als Konsumware einverleibt. Fast ausschließlich ist sie nur noch Mittel für Zwecke des Menschen. Ihr Eigensein, die in jedem Lebewesen an sich ruhende unantastbare Würde, haben wir ihr brutal entrissen. Mittlerweile wissen wir, dass der Mensch sich damit selbst die Lebensgrundlage entzogen hat. Mehr als einige Jahrzehnte bleiben uns als Gattung in der gegenwärtigen Form und Lebensweise und in der gegenwärtigen Masse nicht mehr auf diesem Planeten. Das bezeugen alle ungeschönten Daten, Prognosen und alle Wahrscheinlichkeiten. Gleichwohl strahlt Mutter Erde noch immer eine so einzigartige Schönheit aus. Trotz aller Unausweichlichkeit des … weiterlesen

Aus dem Weg der Natur treten…

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Aus dem Weg der Natur treten Die Erzählung von der Durchquerung des Schilfmeeres nach der Flucht aus Ägypten gehört zum Gründungsmythos des Volkes Israel. Im biblischen Buch Exodus steht dazu: „Du aber, hebe deinen Stab empor und recke deine Hand aus über das Meer und spalte es, dass die Israeliten mitten im Meer auf dem Trockenen gehen können … Und Moses reckte seine Hand aus über das Meer, und der Herr trieb das Meer die ganze Nacht durch einen starken Wind zurück und legte das Meer trocken und die Wasser spalteten sich. So gingen die Kinder Israel mitten im Meere … weiterlesen

Wahre Ethik ruht in freier Spiritualität

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Wahre Ethik ruht in freier Spiritualität Das Scheitern ethischer Konzeptionen, die abgekoppelt sind von einem spirituellen Weltzugang, ist vorbestimmt und unvermeidbar. Sie zerbrechen letztlich an einer unerbittlichen Welt, die verfangen ist in Eigeninteressen. Wie oft wird Ethik lediglich als Reaktion auf menschliche Unzulänglichkeiten und als Abwehrmechanismus gegen individuelle, soziale und gesellschaftliche Fehlentwicklungen angesehen. Doch diese Ethik des Vorläufigen entbehrt dann jenes Sinnhorizonts, der über die Mauern des Gegenwärtigen und Aktuellen hinausweist. Ihr fehlt die Begründung über die Zeiten hinweg. Vor allem kennt und erkennt sie nicht den Impuls des ganzen Lebens, in dem Menschliches, Geistiges und Göttliches sich verbinden. Ihre … weiterlesen

Du musst es wagen…

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Du musst es wagen… Wohl kein bewusster und das Leben bejahender Mensch liebt die Ohnmacht oder sucht das existentielle Scheitern. Beides tritt auf uns zu, ohne dass wir das wollen. Gelegentlich führen und warnen uns allerdings Vorahnungen, ja eine untrügliche innere Gewissheit. Sie stellen das Scheitern in einen größeren biographischen, schicksalshaften Kontext. Dieser, sowie die Signatur des Scheiterns selbst, lassen sich jedoch mit dem Code des vernunftbegabten Geistes und der sogenannten Rationalität allein nicht dechiffrieren. Immer bleibt ein unverfügbarer Rest, der sich unserem Verständnis oft erst in späteren Lebensphasen öffnet. Allerdings setzt auch dieses Verstehen voraus, dass das, was wir … weiterlesen