Das große Verstummen

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Es ist der Abend des 6. Dezember 1273, vor genau 750 Jahren. Thomas von Aquin (1225 – 1274) kehrt von der Heiligen Messe zurück. Verändert. Schreibt nicht weiter an seinem großen Werk, diktiert nichts mehr, er schweigt. Von seinem Sekretär und Freund, Reginald von Piperno, gefragt, warum es nicht weitergehe mit der Arbeit, sagt er laut den Akten des Heilgsprechungsprozesses:„Alles, was ich geschrieben habe, kommt mir vor wie Spreu im Vergleich zu dem, was ich geschaut habe und was mir offenbart worden ist.“Tatsächlich ist ab diesem Tag bis zu seinem Tod nur noch ein Brief an den Abt von Montecassino … weiterlesen

Metaperspektive

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Liebe Leserin, lieber Leser,herzlichen Dank für die kostbaren Zuschriften, die ich für meine Einladung zum Denken aus der Postapokalypse bislang erhalten habe. Bitte fühlen Sie sich weiter ermutigt. Das WIR werde ich versuchen, bis zur Weihnachtszeit zu erstellen. Vorher ist mir die „Metaperspektive“ wichtig, danach am 6. Dezember ein eigentlich unsagbares, außergewöhnliches Ereignis. Es liegt dann exakt 750 Jahre zurück und beschäftigt mich, seit ich ihm vor vielen Jahren begegnet bin. Metaperspektive Im Inneren der Weltwahrnehmung verfangen bleibend, ist all das Geschehen nur noch schwer zu ertragen. Hass, Gewalt, Abgrenzung, sinnlose Zerstörung und der keine Grenzen respektierende Verbrauch von Erde, … weiterlesen

Und danach? Eine Einladung…

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An Apokalypseszenarien mangelt es den gegenwärtigen Zeitgeistgesprächen nicht. Was keinesfalls verwunderlich ist, haben wir es doch global mit außerordentlichen Bedrohungslagen und Herausforderungen für die Menschheit zu tun. Klimawandel, Artensterben, Überbevölkerung, fortwährend kriegerische Auseinandersetzungen, weit verbreitete unerträgliche Lebensbedingungen, Hass und Hetze – das sind einige der düsteren Stichworte. Vor allem aber können sie nicht mehr einzeln und nacheinander betrachtet und bearbeitet werden. Ihre Gleichzeitigkeit und die gegenseitige Verstärkung sind das eigentlich Erschreckende. Das alles wissen wir. Nicht nur die politische Agenda, sondern auch unsere Wahrnehmung, unsere Gedanken und Gefühle werden dadurch fokussiert. Wir kleben gleichsam in der Macht des Gegenwärtigen fest. … weiterlesen

Die Sagbarkeit des Geheimnisvollen

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Vielen Menschen bleibt ihr Leben lang die eigene Existenz und auch das Sein an sich ein Rätsel. Man nimmt das Äußere wahr, richtet sich in ihm ein, konstruiert sich seine Welt, setzt Koordinaten, die Sicherheit suggerieren. Dem Geist jedoch und dem unendlich Seelenhaften wird diese Puppenstube bald zu eng. Sie ziehen darüber hinaus in einen spürbaren, aber kognitiv unerkannten und damit unverstandenen Raum. Seit Anbeginn der Zivilisation ringt die Menschheit mit den entsprechenden Fragen – und das querliegend zu allen Kulturen. Die Religionen entstehen, geistige Welten mit transzendenten Wesenheiten werden entworfen. „Gott“ als Hypothese, Antwort und Anker zugleich füllt den … weiterlesen

Vergebung braucht Klarheit

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Der Anspruch, Gewaltfreiheit zu praktizieren bzw. ein Leben zu führen, ohne anderes Leben zu verletzen, liegt leider außerhalb des Denkbaren. Jeder Mensch, ein paar „Heilige“ vielleicht ausgenommen, bedarf deshalb irgendwann der Notwendigkeit, dass ihm verziehen, vergeben wird. Doch selbst dann wäre es eine Illusion zu glauben, dass Vergebung einen Vorgang abschließt oder ihn gar aus der Geschichte wirft – von Belanglosigkeiten einmal abgesehen. Vielmehr markiert sie den notwendigen Ausgangspunkt für Erneuerung und damit für ein Wachstum aus den Erfahrungen der Vergangenheit. Deshalb kann Vergeben nur bei minder bedeutsamen Angelegenheiten zugleich Vergessen meinen. Vergebung allein stellt keine Gerechtigkeit für die Opfer … weiterlesen

Träum doch!!

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„Wer keinen Frieden in der Seele hat,in dem gibt es keinen Platz,um den heiligen Tempel zu bauen;denn wie sollte der Zimmermann bauen,inmitten eines Wirbelwindes?Die Saat der Gewalt kann nureine Ernte der Verzweiflung hervorbringen …Sucht denn den Engel des Friedens,der wie der Morgenstern inmitten einer Wolke ist,wie ein heiliger Olivenbaum voller Knospenund wie die Sonne, die auf den Tempel des Allerhöchsten scheint.Frieden wohnt im Herzen der Stille…“ Es ist ein großer Menschheitstraum, der seinen Ausdruck im „Evangelium der Essener“ findet, einer mönchischen Gemeinschaft in Palästina, die von etwa 200 v. Chr. bis zur Zerstörung des zweiten Jerusalemer Tempels 70 n. Chr. … weiterlesen

Gewaltfreiheit

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Die Welt, in der wir leben, ist nicht vorstellbar ohne Gewalt. Staatensysteme und unterschiedlichste Machtverhältnisse, bis in das Private hinein, sehen sich auf sie angewiesen, um zu überdauern. Die Aufmerksamkeitsökonomie des medialen Universums lebt von ihr, indem sie unsere Lust an dem Gewalthaften befriedigt. Gewalt leistet kurzfristige Klärungen. Sie agiert schneller und kompromissloser als der lange und mühsame Weg des empathischen Diskurses. Sie beruhigt die Wut und stillt Racheimpulse, zerstört Störendes und befreit von dem, was als Böses identifiziert wurde. Gewalt findet physisch, psychisch, politisch und vor allem kriegerisch ihren Ausdruck. Sie scheint mit dem Menschlich-Kulturellen substantiell verwoben. Gewalt ist … weiterlesen

Hass, Terror, Ohnmacht, Vergeltung. Was tun?

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Nationalsozialistische Barbarei, das Schlachten in Vietnam, die killing fields in Kambodscha, die Balkankriege, der Angriffskrieg gegen die Ukraine – und jetzt der widerwärtige Hamas-Terror mit der zwangsläufig folgenden Zerschlagung des Gaza durch das traumatisierte Israel. Es ist das mal von Hass, mal von Vergeltung, mal einer Mischung aus Beidem, aber immer von Schmerzen und Leid verzerrte Gesicht der alten Welt – jener Welt, die im Begriff steht, auf ihr Ende zuzusteuern und diesen Prozess gerade dramatisch beschleunigt. Ein Volk, durch die Jahrtausende verfolgt, das nach dem schlimmsten Massenmord aller Zeiten eine Heimat in seinem Ursprung fand, steht erneut im Fokus … weiterlesen

Kosmische Wissenschaft

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Die integrative Ehrfurcht vor dem Leben, das Bewusstsein von der universalen Einheit verschiedenster Seinsweisen und eine von allen Fesseln befreite kosmische Spiritualität erfordern unsere höchsten Möglichkeiten – Wissenschaft und Weisheitssuche an vorderster Stelle inbegriffen. Das dafür Notwendige ist bei Weitem nicht erkannt. Zu sehr sind die größten Teile der alten Wissenschaft verstrickt in die Mächte des Gegenwärtigen und ordnen sich diesen als Dienstleister unter. Das betrifft Forschung, Lehre und Ausbildung in vergleichbarem Maße. Der Aufbruch zu einer kosmisch genannten Wissenschaft will nicht die im Detail und in der Summe teilweise außerordentlichen Leistungen der Geistesgeschichte klein reden oder gar negieren. Was … weiterlesen

Kosmische Religion

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Dass sich das „Gott“ Genannte jedem Volk bzw. jeder Kultur auf eigene Weise mitteilt, verlauteten nicht nur die alten Propheten. Es zeigt sich auch in den Erfahrungen der menschlichen Geschichte, die sich in unterschiedlichsten Facetten dessen ausdrücken, was wir Religion nennen. Doch nichts ist als Letztendliches geschaffen. Alles fließt in der Ewigkeit des Wandels, selbst das, was in der menschlichen Vorstellungskraft als unvergängliche Form erscheint. In der Evolution des Kosmos, diesem faszinierenden Reigen unerschöpflicher Hervorbringungen, unterliegt selbst das Werdeprinzip, die Gottheit, dem Wandel. Jeder Künstler wird mit einem neuen Werk ein Anderer. Trotzdem sucht inmitten dieses Wandlungsgesetzes der Mensch unablässig … weiterlesen