Kraft und Orientierung aus der Stille

ClausAllgemein

So außerordentlich viel zerrt am gegenwärtigen Menschen und zieht das Bewusstsein zu sich: Klima, Kriege, Umwelt, Ökonomie, soziale Verwerfungen, die digitalen Bewusstseinsmaschinen… Unausweichlich wartet die Klärung, wo ich selber stehe in dieser Gleichzeitigkeit von so völlig Unterschiedlichem, das als ähnlich nur in seiner Bedrohung wahrgenommen wird.Wie dann klarkommen mit einer Kultur, in der so vieles, das vertraut, sicher und beständig schien, erodiert und sich dann auflöst? Wie klarkommen mit der Einsicht, dass diese Zivilisationsstufe gescheitert ist? Wie klarkommen damit, dass dies nicht nur das gesellschaftliche Außen, sondern auch die eigenen Lebensweltperspektiven im Kern ihres Selbstverständnisses erschüttert? Wo liegen Kraft und … weiterlesen

Wächter des Unsichtbaren

ClausAllgemein

Es muss sie geben, die, mit der Verbindung zu jener Welt, die nicht mit den äußeren Sinnen wahrnehmbar ist; zu jener Dimension, von der die heiligen Schriften sprechen, die Engel künden und die Kinder manchmal träumen. Sie halten das Unsichtbare im Bewusstsein und in der Erinnerung, schützen es aber zugleich vor dem törichten Gerede. Sie verkörpern einen Schutzwall für das Unsagbare, damit es nicht, wie ansonsten doch fast alles, entwürdigt und mit empfindungsloser Sprache zertrampelt wird. Sicher, das Numinose, das Geheimnisvolle, entzieht sich aus sich heraus sowohl dem kalten Blick analytischer Durchdringung und Entkleidung als auch dem verklärenden Singsang esoterischer … weiterlesen

Der Mond ist aufgegangen… oder: Geraubte Unschuld

ClausAllgemein

Einst stand der Mond für den stillen Begleiter des Menschen. Zuverlässig erschien er des Nachts, verführte zum Träumen, öffnete Sehnsuchtsräume. Sein Licht gab Orientierung, manchmal auch Trost in dunklen Stunden. In Liedern, Gedichten und Geschichten wurde ihm gehuldigt. Und immer schwang etwas Geheimnisvolles mit. Selbst Hunde und Wölfe zog er in seinen Bann. All das mag wohl immer noch so sein, trotz allen astronomischen Wissens, über das heute selbst Kinder verfügen. Und doch hat sich Gravierendes verändert. Seit der ersten harten, unbemannten Mondlandung am 12. September 1959 und der ersten weichen Landung am 31. Januar 1966 durch die sowjetischen Sonden … weiterlesen

Ethos, Spiritualität und Macht

ClausAllgemein

Letztendlich resultieren nahezu alle vom Menschen ausgehenden Übergriffe und damit verbundene Gewalthaftigkeit aus unreflektierter Ich-Bezogenheit, Egozentrismus genannt. Er schränkt Perspektive und Wahrnehmung dramatisch ein. Wobei Ich-Haftigkeit und daraus resultierende Perspektiven nicht nur für eine Person, sondern auch für Gruppen, Staaten und Religionen reklamiert werden können. In jedem dieser Fälle geht Verlustangst damit einher und ein nach außen gerichteter Kontrollzwang. Dieser äußert sich u.a. in Abwehr- und Angriffsgedanken. Mensch und Kultur bewegen sich dann in einer wahrhaft (selbst)mörderischen Spirale. Eine Entwicklung hin zum integralen Wahrnehmen, Denken und Empfinden, zu einer Lebens- und Lebensweltperspektive im umfassenden Sinne, muss deshalb an dieser Stelle … weiterlesen

Über die Notwendigkeit des Verstehens

ClausAllgemein

Das Verstehen als jene fragend-forschende Bewusstseinsregung, jene Unruhe des Geistes, die den menschlichen Geist adelt, ist in Misskredit geraten. Dabei gibt es ohne ein tieferes Verstehen der Wesenheiten, Verhältnisse und Geschehnisse keine Entwicklung.In sich zuspitzenden Krisenzeiten, also gerade dann, wenn Verstehen der Ursachen und Bewegungen die Voraussetzung für das Öffnen von Lösungswegen wäre, dominieren wahrlich zu oft simpelste Problembetrachtungen. Die Mischung aus Unsicherheit, Angst und Empörung nährt dabei den Boden für eine dualistische Weltsicht, Verschwörungserzählungen und die Suche nach Sündenböcken. Populismus breitet sich aus und sammelt all jene ein, die sich Reflexion und Selbstreflexion verweigern und damit selbstverschuldet in ihrer … weiterlesen

Planetarische Häutung und Ehrfurcht vor dem Leben

ClausAllgemein

Einer im Rausch der Gewohnheit torkelnden Menschheit, vertrauend, dass alles so bleibe und möglichst gar noch besser, satter und abwechslungsreicher werde, setzen die gegenwärtigen Widerborstigkeiten des Lebewesens Erde zu. Endzeitszenarien haben Konjunktur. Der allmähliche Untergang wird denk- und damit aussprechbar, befeuert durch die steigende Vernunftfremde, ja Irrationalität unseres Denkens und Handelns inmitten der Krisen.Die Menschheit als Zweig am Baum der Evolution wird allerdings kurzfristig wohl kaum untergehen, auch wenn sie auf Dauer, wie alles, nicht dem Gesetz von Werden und Vergehen entkommen kann. Der Zweig jedoch wird weniger Früchte tragen. Viele Bewohner der Erde, nicht nur die vom Menschen ihrer … weiterlesen

Die fünf Trinitäten: Fünf…

ClausAllgemein

Der trinitarische Fünfklang findet Vollendung in drei Bewusstseinsstufen, die dem Menschen seinen größtmöglichen Adel geben. In ihnen erfüllt er seine Potentialität, wird er zum Gestalter der ihm gegebenen Zeit und hält die Verbindung zwischen „Himmel“ und „Erde“. Wie bei den anderen Trinitäten auch ist all dieses einfach so gegeben. Jederzeit zugänglich und erfahrbar, muss man es sich nicht verdienen. Sehnsucht, Kairos, kontemplative Haltung Irgendwo im Brust- und Herzbereich ist sie als körperliche Wahrnehmung zu spüren. Mal zieht sie sanft, mal stürmisch, mal vollkommen selbstvergessen – jene Urkraft, die uns durch die Evolution, auf dem Weg von Alpha nach Omega, begleitet. … weiterlesen

Die fünf Trinitäten: Vier…

ClausAllgemein

In den trinitarischen Fundamenten öffnen sich geistig-spirituelle Grundorientierungen, die zugleich explizit und implizit auf das überzeitliche Ethos verweisen. Beide fordern lebenspraktische Umsetzung bzw. Verwirklichung ein, damit das große Ideal nicht als bloße Idee verkümmert. Die klassischen Mönchsorden gaben sich dafür eine verbindliche Regel mit den Eckwerten ‚Armut‘, ‚Keuschheit‘ und ‚Gehorsam‘. Jenseits der alten und leicht misszuverstehenden Sprache ruht in diesen Gelübden, die auch ‚Evangelische Räte‘ genannt werden, doch eine tiefe Wahrheit. Sie ist es Wert, angemessen in die Gegenwart transformiert zu werden, offen für jeden Menschen. Einfachheit, Geist des Nichtverletzens, Gewissensorientierung Einfachheit wird hier zum Fundament. Ein einfacher Lebensstil ist … weiterlesen

Die fünf Trinitäten: Drei…

ClausAllgemein

Glaube, Liebe, Hoffnung Dieser Dreiklang geht auf Briefe des Paulus zurück (1. Thess. 1,3). Fast schon ein geflügeltes Wort ist die Aussage im Hohelied der Liebe (1. Korinther 13), dass eben diese drei dem Menschen bleiben, mit der Liebe als größter unter ihnen. GlaubeNicht blind sei er, auch wenn er sich zumeist auf etwas beruft, das den sinnlichen Weltzugängen weitgehend entzogen ist. Glaube entsteht aus der Gewissheit einer tieferen Verbundenheit, jenseits von Manifestationen in der Materie. Ihm liegt ein existentielles Vertrauen zugrunde, ein vertrauendes Fürwahrhalten ohne systematische Begründungsnotwendigkeit. Religiös können wir auch von Offenbarungsgewissheit sprechen sowie der Offenheit gegenüber Transzendenzerfahrung … weiterlesen

Die fünf Trinitäten: Zwei

ClausAllgemein

Der Weg, die Wahrheit und das Leben Als Weg, Wahrheit und das Leben bezeichnet sich Jesus im Johannes-Evangelium. Er bringt damit das Wesentliche seiner Berufung in eine Formel, die für jeden Menschen, unabhängig von der spirituellen, geistigen Orientierung, einen Maßstab bilden kann. Was lässt sich daraus ableiten? Der Weg liegt vor uns als eine Symbiose aus Aktion und Kontemplation. Den großen Reden und dem heilenden Handeln ging in der Erdenzeit des Propheten aus Nazareth der Rückzug in die Stille voraus, in den geistigen Raum des Absoluten. Das zieht sich bis in die Nacht der Entscheidung, bis in die Konfrontation mit … weiterlesen