Bei aller Gewissheit sanft umfangen zu sein, bleibt eine Beunruhigung in der Stille. Sie hängt mit jenem Licht zusammen, das Geborgenheit ausstrahlt und zugleich etwas Abgründiges hat; etwas Unverstandenes, das auf die Grenze der eigenen Verstandesmöglichkeiten unmissverständlich verweist. So wie letzte Hoffnung der Erfahrung tiefer Hoffnungslosigkeit bedarf; so wie himmlisches Glück in der Begegnung nur erfahren kann, wer sich schon einmal von metaphysischer Einsamkeit als Wegschwester begleitet sah. Wahre Stille, auch Kontemplation genannt, fordert ein Ja von uns, eine Zustimmung zur Welt zwischen der Tiefe des Abgrunds und dem sonnenbeschienenen Gipfel. Solche Zustimmung kann nicht immer aus einem fröhlichen Herzen … weiterlesen
Es ist November
Die ersten sogenannten Weihnachtsmärkte seit Anfang des Monats geöffnet. Jecken dominieren bereits wieder die Lokalseiten der verbliebenen Zeitungen. Wie Zugvögel fliehen Rentner in den warmen Süden. Ein Nachbar schimpft über das Laub im Garten und auf den Wegen.Es ist November. Im Wind tanzen fallende Blätter; inmitten schenken letzte Blumen des Jahres noch einmal ein Leuchten. Schwächer werdende Sonnenstrahlen verleihen allem sich Neigenden einen bunten Glanz des Vergehens. Vorsichtig hebt er sich ab vor den dunkler scheinenden Ästen und Stämmen der Bäume.Es ist November. Kürzer werdende Tage befreien das innere Licht. Es wird nicht mehr abgelenkt durch den sommerlichen Wettstreit prallen … weiterlesen
Sehnsucht und Vertrauen
Im Sehnsuchtsraum geborgenlebt grenzenlose LiebeMit Hingabe an das Lebenfließt sie ins Licht Den Sehnsuchtsraum innenschmückt die SchönheitSie wartetsich auch im Außen zu zeigen Den Sehnsuchtsraum tragendbewegt sich das GuteMit liebender Handlungkann es sich stärken Den Sehnsuchtsraum weitendstrahlen Kristalle der WahrheitGetrübt durch Feigheit und bösen Willenverlieren sie Glaubenan die Reinheit ihrer selbst Der Sehnsuchtsraum ruht inmitten der Seelewie eine Inselin uferlosem Meer In ihm verbinden sichMensch und göttliches Wesen LiebeWahrheitSchönheitund das Gutesteigen empor aus diesem Wesenund treten ins LebenSo veredeln sie das Sein Sich selbst bewusstwird der Sehnsuchtsraumin Stille Sie klärt und reinigtim Quellwasser des SeinsIst durchlässigfür Klang und Lichtdes Absoluten … weiterlesen
Praxis der Stille
Im Herzbereich aller meditativen Bestrebungen liegt die Stille. Gemeint ist jene Stille, die tiefer führt als nur in das Verstummen der gesprochenen Worte. Vor allem gilt dies für die Kontemplation als Weg und Lebenshaltung. Der Unruhe des Gedankenhaften begegnet sie mit Hingabe und Öffnung im inneren Raum. Hier, wo die Gedanken nicht gewalthaft vertrieben, nicht unbarmherzig weggeschoben, sondern sanft zur Ruhe gebettet werden, nimmt der Mensch sich selber an. Er verschmilzt mit seinem größeren Selbst, ausgerichtet auf das göttliche Du als gestaltlosem Geist. Denn „Gott ist Geist“, wie wir in der Schrift lesen. Frei von Konzepten, Wunschgebilden und spirituellen Phantasien. … weiterlesen




