Die Menschenwelt mag so seinwie sie ist Gezeichnet von GierTreu der Gottheit des Geldes folgend Das Unrecht akzeptiert Großes und Erhabenesschneller Befriedigunggeopfert Auf Gewaltso hört mankönne die Antwort nur Gewalt seinAnsonsten siege die GewaltSo löse Gewalt die Probleme Krieg schaffe FriedenUnd dieser könnenur kriegerisch verteidigt werdenWer nicht rüsteprovoziere den Krieg Wer dem Konsum nicht dieneverantworte ArmutNur Verbrauch sichere Zukunftund schenke „Wohlstand“ Und selbstverschuldet bleibe zurückwer der Technik nicht folge *** Jene, die solches sagenund den Ton im Landewesentlich bestimmentun dies mit reinem Gewissen Sie glauben daranErkaltete EmpfindungsseelenDer Faden der Liebe zum Lebengerissen Ohren hören Schreie nicht mehrgeschundener Naturklagender Tierweltmisshandelter und … weiterlesen
Im Anfang war die Stille
Es heißt:Im Anfang war das WortDer LogosSinnund gestaltender GeistAlles was auf Schöpfung verweist Aus ein und demselbenist alles geformtNichts ohne es gemachtSechs Schöpfungstagefüllt es den Raumbis es sprichtEs ist vollbracht Es heißt weiter:Das Wort sei bei Gottund Gott das WortEinheit sei so alles Leben Des Menschen LichtDes Menschen Trostin Finsternisund an jedem OrtErfüllung dessenwonach wir streben Doch woher nahm das Wort die KraftWoraus kam seine BesinnungWorin fand seine Ordnung stattund formulierte sich Bestimmung Es war das Schweigenlesen wirdas voraus dem mächtgen Worte gingals es bevor alle Zeit beganndas endlose tiefe All umfing So gebar sich in der Stilleder unendlichen Gottheit … weiterlesen
Tod eines Universums
Mancher Menschen Lebensende schmerzt unsere Seele.Ein anderes berührt uns kaum. Solche, die an den Rändern dieser Erde und unserer Wahrnehmung das Leben verlassen, sehen wir nur als Zahlen in Kriegen, Nöten und Katastrophen. Der Tod von wiederum Anderen will uns schier das Herz zerreißen, so unterwegs waren wir mit ihnen, so wesenhaft als Du und Ich miteinander verwoben. Den Tod, ob nah oder fern, nehmen wir hin. Wie sollte es auch anders sein. Er gehört zum Lauf der Dinge. Ohne ihn kein neues Werden, kein Raum sich auszubreiten und für Entwicklung. Die Endlichkeit der Wesen ist der Zeitlosigkeit des Kosmos … weiterlesen
Die kleinen Humanitäten
In verkarsteten Lebenslandschaftenaufgebrauchter Idealeund verbrennender Hoffnungen In den Beliebigkeitsstürmendurch narzisstische Potentatenverunstalteter Welt Inmitten der Kälteräumevon Nicht-Begegnungdurch smart phonierte Asozialitäten Am Rande der Stadtjenen Sog verfolgendder Menschenströmestarren Blicksin den Kaufrausch zieht Beobachtendwie eiligen Schrittsder Amazonmanngroße Verunsicherungdurch kleine Pakete betäubtund für einen Wimpernschlagetwas Sehnsucht stillt Von Bildern gesättigtdie den Geist erstickenund unsere Mittein ein Nirgendwo entrücken … …bleiben die kleinen HumanitätenBlickedie Seelen finden und berührenGestendie in freundliche Augen führen Lobverstreut wie Wildblumensamenin großem Respektder Dankbarkeit weckt Aufrechtan Gleichgültigkeit vorbeiRäume öffnendfür zwei oder drei Innehaltenum sich selber zu spüren Geht der Weg dochvom Ich zum Duund von dort zum WirBande flechtendvon mir zu … weiterlesen
Sinn und Verbindlichkeit
In den edelsten Empfindungshaltungen liegt ein Lebensauftrag. Auch bei widrigen äußeren Umständen, starken inneren Zweifeln, ja dem missbilligt und Ausgegrenzt-Werden ist es wichtig, sie zu halten. Verbindlich und mit der notwendigen Tapferkeit. Die Ehrfurcht vor dem Leben gehört an vorderster Stelle dazu, so wie die Treue zu einem Glauben an die Mysterien des Unsagbaren. Allein dafür lohnt es zu leben. Es werden nie viele sein, die das so wahrnehmen und in Seinsqualität transformieren. Aber auf sie kommt es wesentlich an, damit die Spuren in das „Reich Gottes“, das immer schon inmitten ist, nicht verwehen. Damit jemand wartet vor dem Tor … weiterlesen
Stille und Glück
Bei aller Gewissheit sanft umfangen zu sein, bleibt eine Beunruhigung in der Stille. Sie hängt mit jenem Licht zusammen, das Geborgenheit ausstrahlt und zugleich etwas Abgründiges hat; etwas Unverstandenes, das auf die Grenze der eigenen Verstandesmöglichkeiten unmissverständlich verweist. So wie letzte Hoffnung der Erfahrung tiefer Hoffnungslosigkeit bedarf; so wie himmlisches Glück in der Begegnung nur erfahren kann, wer sich schon einmal von metaphysischer Einsamkeit als Wegschwester begleitet sah. Wahre Stille, auch Kontemplation genannt, fordert ein Ja von uns, eine Zustimmung zur Welt zwischen der Tiefe des Abgrunds und dem sonnenbeschienenen Gipfel. Solche Zustimmung kann nicht immer aus einem fröhlichen Herzen … weiterlesen
Es ist November
Die ersten sogenannten Weihnachtsmärkte seit Anfang des Monats geöffnet. Jecken dominieren bereits wieder die Lokalseiten der verbliebenen Zeitungen. Wie Zugvögel fliehen Rentner in den warmen Süden. Ein Nachbar schimpft über das Laub im Garten und auf den Wegen.Es ist November. Im Wind tanzen fallende Blätter; inmitten schenken letzte Blumen des Jahres noch einmal ein Leuchten. Schwächer werdende Sonnenstrahlen verleihen allem sich Neigenden einen bunten Glanz des Vergehens. Vorsichtig hebt er sich ab vor den dunkler scheinenden Ästen und Stämmen der Bäume.Es ist November. Kürzer werdende Tage befreien das innere Licht. Es wird nicht mehr abgelenkt durch den sommerlichen Wettstreit prallen … weiterlesen
Sehnsucht und Vertrauen
Im Sehnsuchtsraum geborgenlebt grenzenlose LiebeMit Hingabe an das Lebenfließt sie ins Licht Den Sehnsuchtsraum innenschmückt die SchönheitSie wartetsich auch im Außen zu zeigen Den Sehnsuchtsraum tragendbewegt sich das GuteMit liebender Handlungkann es sich stärken Den Sehnsuchtsraum weitendstrahlen Kristalle der WahrheitGetrübt durch Feigheit und bösen Willenverlieren sie Glaubenan die Reinheit ihrer selbst Der Sehnsuchtsraum ruht inmitten der Seelewie eine Inselin uferlosem Meer In ihm verbinden sichMensch und göttliches Wesen LiebeWahrheitSchönheitund das Gutesteigen empor aus diesem Wesenund treten ins LebenSo veredeln sie das Sein Sich selbst bewusstwird der Sehnsuchtsraumin Stille Sie klärt und reinigtim Quellwasser des SeinsIst durchlässigfür Klang und Lichtdes Absoluten … weiterlesen
Praxis der Stille
Im Herzbereich aller meditativen Bestrebungen liegt die Stille. Gemeint ist jene Stille, die tiefer führt als nur in das Verstummen der gesprochenen Worte. Vor allem gilt dies für die Kontemplation als Weg und Lebenshaltung. Der Unruhe des Gedankenhaften begegnet sie mit Hingabe und Öffnung im inneren Raum. Hier, wo die Gedanken nicht gewalthaft vertrieben, nicht unbarmherzig weggeschoben, sondern sanft zur Ruhe gebettet werden, nimmt der Mensch sich selber an. Er verschmilzt mit seinem größeren Selbst, ausgerichtet auf das göttliche Du als gestaltlosem Geist. Denn „Gott ist Geist“, wie wir in der Schrift lesen. Frei von Konzepten, Wunschgebilden und spirituellen Phantasien. … weiterlesen
Unsterblich?
Am Dienstag, den 28. Oktober, ist Dr. Tilman Evers, ein guter Freund seit Jahrzehnten, großer Geist, Philosoph und Friedenswissenschaftler in Kassel verstorben. 2019 schrieb er in diesem Blog einen Gastbeitrag: „Unsterblich?“ Zu seinem Gedenken, aber auch um der Tiefe des Beitrags willen, veröffentliche ich ihn hier noch einmal. Gastbeitrag (incl. Foto) von Tilman Evers„Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“ Wir kennen diesen Satz von Albert Schweitzer, in dem er seine Gedanken zur Ehrfurcht vor dem Leben verdichtete. Wie aber steht dazu der andere Satz, der sich daran anfügt: Wir sind sterbliche Wesen, die den … weiterlesen










