Ethisch leben heißt: Vergeben

ClausAllgemein

Vergebung entlastet das Zwischenmenschliche. Gruppen, Völkern und Nationen bereitet sie den Friedensweg. Sie ist dabei nicht nur auf den Moment gerichtet, sondern weit in die Vergangenheit und die Zukunft hinein. Als außerordentliche Anforderung schließt sie ein, sich selbst zu vergeben und damit entwicklungsfähig zu halten. In den abrahamitische Religionen spielt Vergebung vor allem eine Rolle als das von Gott her Erbetene. Im Judentum ist dafür Jom Kippur als Tag der Buße und der Versöhnung der höchster Feiertag. Im Islam dient der Fastenmonat Ramadan u. A. der versöhnenden Zuwendung. Im Christentum ist Vergebung in dem Sakrament der Beichte institutionalisiert. Doch reicht … weiterlesen

Die Spaltung überwinden

ClausAllgemein

Links und Rechts: Die Unterteilung hat eine lange Geschichte. Sie reicht bis in die Sitzordnung der französischen Nationalversammlung nach 1789 zurück. Daraus entstanden wirkmächtige Orientierungsmuster zur Einteilung in politische Strömungen, die bis heute Gültigkeit haben. Doch die inhaltliche Aussagekraft ist im Laufe der Jahrzehnte geschwunden. Zunehmende Komplexität und Unüberschaubarkeit der politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Verhältnisse – national und international – spielen dabei eine Rolle. Sie sind verbunden mit einem Wegbrechen tradierter Gewissheiten auf nahezu allen Ebenen. Geblieben sind Kampfbegriffe, die manchmal der eigenen Vergewisserung dienen, vor allem aber zur Diskriminierung Andersdenkender eingesetzt werden. Sie spalten das Land in gut und … weiterlesen

Ethos und Politik

ClausAllgemein

Lose Gedanken zur politischen Kultur Die herrschende Politik der Gegenwart leidet unter einem dramatischen Überzeugungs- und Glaubwürdigkeitsproblem. Aus wahrhaft mannigfachen Gründen. Wohl selten, wenn überhaupt jemals in der Geschichte unseres Landes steht dem politischen Handlungsanspruch eine Komplexität und Verschränktheit von Problemlagen gegenüber, zu deren Bewältigung die alten Denkweisen, Problemlösungsorientierungen und Strategien nicht mehr hinreichend sind. Eine völlige Visionslosigkeit tritt hinzu. Wohin wollen wir, jenseits der verbissenen Verwaltung von Unzulänglichkeiten? Dass ein Volk ohne Vision zugrunde gehe, mahnte bereits das biblische Buch der Sprüche an (29,18). Wofür genau stehen die das politische Feld bestimmenden Parteien und Handlungsträger – neben den unerträglich … weiterlesen