Hinwendung und Resonanz

ClausAllgemein

Wir sind kosmische Wesen in einem Unendlichkeitsraum. Gelegentlich spüren wir das. Es entsteht, was Resonanz genannt wird, nicht nur im Bewusstsein, sondern bis in die Empfindung hinein. Manchmal erreicht uns aus diesem Raum ein „Wort“, das wir ewig nennen, weil wir es als über den Zeiten stehend und unantastbar wahrnehmen. Dann erhebt sich ein Erahnen jener Größe, in deren Mitte wir leben.
Dieses Sein nicht nur zu erkennen und hinzunehmen, sondern uns darin als teilhaftig und mitgestaltend zu verstehen, erfordert eine besondere Hinwendung. Sie ist verbunden mit einer Haltung, die über bloßes Interesse hinausreicht. Hinter der Neugier muss eine Sehnsucht erwacht sein, um in entsprechender Tiefe hören und verstehen zu können. In uns will freigelegt werden, was sich auf das Ganze hin zu weiten und entsprechend zuzuwenden vermag. Wie in jede, so in besonderem auch in die kosmische Resonanz, vermögen wir uns nur zu stellen, wenn die Instrumente der Seele und des aufnehmenden Geistes entsprechend gestimmt sind. Das unterscheidet sich nicht vom Hören einer Sinfonie, dem Lauschen auf den Klang des Flusses oder den Gesang eines vor unseren Augen verborgenen Vogels.

Auch wenn wir an sich erkennen und verstehen, wie Resonanz sich äußert, zu zwingen ist sie nicht. Sie dringt gleichsam in uns ein, öffnet einen ansonsten unbemerkten Raum. Gleichwohl können wir ihr den Weg erleichtern und bereiten. Durch eine grundständige innere Ausrichtung und eine ihr folgende Offenheit und Bereitschaft der Zuwendung, gerade auch dem Gestaltlosen gegenüber.

Vielleicht lohnt es, dem Phänomen Resonanz kurz nachzuspüren. Denn es verbleibt ja zumeist im Bewusstsein als mehr oder weniger abstrakte Begrifflichkeit.
Ich kann einen Ton hören, wenn meine inneren akustischen Organe das Feld der Schwingungen, in denen der Ton sich bewegt, als vertraut erkennen. Mich kann die Liebe eines anderen Menschen berühren, wenn sie meiner Liebesbereitschaft begegnet, einem ihr spiegelbildlichen „Gegenüber“. In mir wird sich Übereinstimmung ausbreiten, wenn ein Text oder ein geäußerter Gedanke auf kognitiv-seelische Ähnlichkeit trifft und auf Nähe durch die eigene Erfahrung. Die Stimmung, aus der heraus ein Komponist seine Klangvorstellungen zu Noten formte, wird auch in mir aufbrechen, wenn ich mich dem Klangraum des Stückes hingebe, mich von ihm erfüllen lasse. Er geht dann in Berührung mit meiner eigenen emotionalen Geschichte.

Grundsätzlich verfügt ein Mensch als Kind des Ganzen über die Resonanzfähigkeit mit den unterschiedlichsten Facetten dieses Ganzen. Immer sind Offenheit, sich Einlassen, eine gewisse Hingabe und sich ausrichtende Zuwendung die Voraussetzung für ein Zustandekommen. Das betrifft auch andere Lebensformen auf der Erde – Tiere, Pflanzen und die Elemente. Selbst das Göttliche ist davon nicht ausgenommen, bei der sehnsuchtsvollen Zuwendung in Schweigen und Gebet; gleichfalls nicht die uns umgebenden geistigen Welten, zu denen hin wir uns in der uns umfangenden Stille öffnen.

Umfassende Resonanzfähigkeit wird zu´einer Voraussetzung für die nächste Evolutionsstufe des Menschen. Sie lässt sich als bewusste und angenommene Partnerschaft mit dem Universum, dem wir entstammen und dessen wir teilhaftig sind, umschreiben. In ihr lernen wir, sich innerhalb der kosmischen Gesetze, dem Lauf der Dinge, zu bewegen, entsprechend zu gestalten und schöpferisch zu sein.
Noch kennen wir, trotz aller Vermutungen, unsere wahre Rolle, die über den Konsum und Verbrauch von Mutter Erde hinausgeht, nicht. Entsprechend leben wir zumeist außerhalb eines Rahmens von Harmonie und Ebenmaß. Das über uns hinausgreifende Bewusstsein allerdings spiegelt bereits jetzt gelegentlich eine Ahnung von dieser Rolle. Auch wenn das  Ahnen noch im Stadium eines mehr oder weniger geistigen Prozesses, jenseits von Spüren und Ergriffensein verbleibt; es ist der Ariadnefaden, der uns hilft, das Labyrinth unserer gegenwärtigen Entwicklungsstufe zu verlassen bzw. zu überwinden. Wir können dieser Ahnung trauen. Sie ist ein Wink aus der Zukunft, um uns in die grenzenlose Verbundenheit zu führen.

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Ich mache eine kurze urlaubesbedingte Pause. Auf bald…