Man kann den Zustand von Mensch und Erde in dieser Epoche durchaus umschreiben als: Verlust von Maß und Mitte. Unmäßigkeit nährt die Wurzelkraft des Kapitalismus. Grenzen zu verletzen, scheint dem Wesen des Menschen seit jeher beigegeben. Deshalb taucht die Suche nach dem rechten Maß auch in der Lehre der kardinalen … weiterlesen
Die dritte Tugend
Vier Kardinaltugenden lehrt die scholastische Ethik nach Thomas von Aquin (1225-1274): Klugheit/Vernunft, Gerechtigkeit, Tapferkeit und das angemessene Maß. Tapferkeit kommt in diesem Vierklang die Aufgabe zu, das durch die Klugheit als gerecht und als gut Erkannte herzustellen bzw. zu bewahren. Das aber hat seinen Preis.So gibt es den tiefen inneren … weiterlesen
Über das Ende der Zeit
Seien sie auf einen Atomkrieg hin orientiert, auf die Klimakrise, das Artensterben oder eine Pandemie: Außergewöhnlichen Bedrohungen scheint es eigen zu sein, dass sie mit Befürchtungen von einem Ende der Zeit einhergehen. Ja, der sogenannte Fortschritt selbst taucht dabei als todesorientierter Verursacher auf. So schrieb etwa Wladimir Solowjew (1853-1900) in … weiterlesen
Das Geheimnis
Geistliche Hochfeste leben für Menschen, die sich in deren Tradition eingebunden sehen, von der Gemeinschaft. Man teilt eine Botschaft, feiert die Liturgie, verschmilzt mit dem rituellen Geschehen. Die gemeinsame Erfahrung kann verbinden und stärken. Ostern gilt im christlichen Kulturraum, so wie Jom Kippur im Judentum und das Ramadan Fest im … weiterlesen
Journalismus desaströs – ein Zwischenruf
Von vorneherein sei klargestellt: Wir verdanken dem Qualitätsjournalismus nahezu alles an aufbereitetem Wissen, das die öffentlichen gesellschaftlichen Diskurse bestimmt. Dazu gehören aufgedeckte politische Skandale, Hintergrundwissen in den bedeutendsten gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen sowie meinungsbildende Klarheit. Professioneller und unabhängiger Journalismus ist für Demokratie und Menschenrechte konstitutiv. Und dies sollte gerade in … weiterlesen
Die längste Reise
Die Dehnung der Zeit durch Bewegung und Gravitation, wie Albert Einstein sie in seiner Relativitätstheorie beschreibt, bezieht sich auf äußere, auf physikalische Prozesse. Diese sogenannte „Zeitdilatation“ ist meß- und berechenbar. Anders die Dehnung der Zeit in unserer subjektiven Wahrnehmung. Ihr Messinstrument ist die Empfindung. Ruhe, Entschleunigung und vor allem Stille … weiterlesen
Strahlenkranz der Pandemie
Es liegt eine außerordentliche, eine evolutionäre Chance in dem Geschehen, das die Menschheit überraschte wie ein Dieb in der Nacht. Ohne irgendetwas an persönlichen Schicksalen verharmlosen zu wollen, müssen wir die weltweiten viralen Prozesse in diesen Tagen als einen dramatischen Weckruf der Evolution sehen. Wir erhalten das Angebot zu einem … weiterlesen
Ruhe legt sich über das Land
Der Mensch der Gegenwart hat sich selbstgewiss in dem Glauben eingerichtet, er sei der Regisseur in dem Drama, das seine Lebensverhältnisse und Lebensbedingungen aufführt. Ja, er sei nur dann eigentlich er selbst, wenn er dieser Einbildung keinen Zweifel gegenübersetze. Covid 19 schreibt das Drehbuch neu. Der Regisseur gibt ungewollt nun … weiterlesen
Bote und Begleiter
Es scheint mir nicht leicht, etwas in Worten zu umschreiben, das unseren sinnlichen Augen nicht oder nur indirekt zugänglich ist. Es macht es auch nicht leichter, wenn man dabei auf herrschende theologische Lehren und Lehrsätze genauso verzichten will wie auf esoterische Gefühlsduselei. Hinweise soll allenfalls das geben, was sich seit … weiterlesen
Der andere Blick
Manchmal frage ich mich, was Augen sähen, die aus einer anderen Dimension auf das Erdgeschehen und unser alltägliches Tun blickten. Einzelne Menschen, Länder, ja die Menschheit an sich würden sich als etwas zeigen, das nahezu vollständig in sich selbst verfangen ist und sich darin verliert. Von Nachrichten gelähmt, die Sinne … weiterlesen










