Wir haben immer Möglichkeiten. Jede Ohnmacht, jedes Scheitern und auch schlicht jede existentielle Frage führen uns zu Optionen, sich dem Leben neu zuzuwenden. Gleichzeitig sind unsere Möglichkeiten endlich. Das erfordert Orientierung, Bereitschaft zur Auswahl und Entscheidungsklarheit. Die ersehnte Neupositionierung im Leben verweist damit auf die Vorbedingung einer sinnstiftenden und kräftigenden … weiterlesen
Versuchung und Willensfreiheit
Wenn wir Menschwerdung als die Befreiung zur bewussten Entscheidung verstehen, dann kann es eine grundsätzliche Vorbestimmung des Lebens, auch zum Bösen, nicht geben. Wohl aber verfügt jedes menschliche Wesen über Spielräume an Anlagen, Vermögen und Erfahrungen, innerhalb derer er sich zum Guten oder zum Bösen hin entscheiden kann. Gut und … weiterlesen
Der Sündenbock
In der Sündenbocksymbolik und im Sündenbockritual haben Gemeinschaften und Kulturen einen Weg gefunden, um kollektive Unzufriedenheit und Gewaltbereitschaft zu disziplinieren. Das biblische Buch Levitikus schildert die Entstehungsgeschichte dieses Rituals, das am Tag der Sündenvergebung, Jom Kippur, das Volk Israel symbolisch von seiner Schuld befreit. Gott weist Mose an, wie das … weiterlesen
Das Begehren als Motor des Systems
„Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ (Matthäus 6;21) Die herrschende Ökonomie sucht die edle Sehnsucht des Menschen vom unbedingten, zeitlosen und wahren Gut hin zum bedingten und austauschbaren zu bewegen. Denn hängt das Herz erst einmal am Ding, kann es beliebig manipuliert werden. Zerbricht eine mit … weiterlesen
Mystik ist Politik
Geläufig ist die Trennung zwischen Kampf und Kontemplation, zwischen Spiritualität und Alltagspraxis, zwischen einem mystischen Weltzugang und der Gestaltung des gesellschaftlichen und kulturellen Raumes, den wir Politik nennen. Doch das jeweils eine ist komplementärer und damit untrennbarer Teil des anderen. Beide gelangen erst im Licht des Miteinander zu wahrer Reife. … weiterlesen
Notwehr und Vergeltung
Zur Verhinderung größeren Unrechts oder Übels lässt sich gewalthaftes Handeln nie vollständig ausschließen. Doch das erfordert von uns dann zunächst, die Opferperspektive und die Perspektive des Gegners einzunehmen. Erst die Blickweise und die möglichen Empfindungen des Anderen vermögen mir zu zeigen, ob meine Motive echt und wahrhaftig sind. Speziell die … weiterlesen
Gewalt und Feigheit
Unsere Zeit leidet an überbordender Gewalt. Sie leidet zugleich an mangelndem Aufbegehren gegenüber Gewalt und Gewaltverhältnissen. Gewalt hat überall da freie Bahn, wo ihr keine Zivilcourage gegenübertritt. Manche lammfromm auftretende Zeitgenossen, die der Gewalt vor ihren Augen ausweichen, erweisen sich dann eben bloß als feige. Der Friedenskämpfer und moderne Prophet … weiterlesen
Radikalisierte Zeit
Wir sind inmitten der Woche, in der es um Wahrheit, Wahrhaftigkeit und Klärung geht. Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag, Ostersonntag… Das letzte gemeinsame Mahl – oder auch: Göttliches und Menschliches an einem Tisch vereint… Verrat, Demütigung, Nichtverstehen, Leiden, Einsamkeit, Tod… Abgrundtiefe Stille, Leere, das empfundene Nichts… Wandlung, Erwachen, Neubeginn… Wir werden mit … weiterlesen
Ahimsa
Mahatma Gandhi führte auch in den westlichen Kulturraum den Begriff Ahimsa ein. Er prägt die Ethik in allen fernöstlichen Religionen. Gandhi selber übersetzte ihn als „spirit of nonviolence“: Geist des Nichtverletzens. Er gilt gegenüber allem Leben, nicht nur dem des Menschen. Wo wir uns nicht bereithalten, schwächeres Leben mit unseren … weiterlesen
Die Kraft des Mitleids
Das Mitleid hat es schwer in unserer Zeit. Die Menschheit wird von Bildern des Leids in einem Maße überschwemmt, dass feinere und unterscheidbare Empfindungen ersticken. Fremdes, telegen zugerichtetes Leid, dient als Stilmittel und Quotenbeschaffer für das Universum der elektronischen Medien und der Presse und zugleich bedient es voyeuristische Instinkte der … weiterlesen










